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Valentinstag Gedichte

Moderne und klassische Freundschafts- und Liebesgedichte zum Valentinstag, zum seine Liebe ausdrücken oder zum Danke sagen. Kleine Liebesbotschaften, Dankessprüche und kurze Zitate der Liebe. Valentinstaggedichte aus verschiedenen Kulturen und Epochen.

Dankbar

Nicht nur an schönen Tagen
bin ich dankbar sozusagen
über den blauen Himmel
und das Lächeln und die Zeit
wie sie geht und ganz weit
reicht mit diesem grossen Herz
wie es wärmt und für immer.

(© Beat Jan)



Rote Rose mit Spruch

© Bild Monika Minder, darf ausgedruckt und privat (nicht im Internet und nicht kommerziell) kostenlos verwendet werden. Z.B. für eine Karte: > Nutzung Bilder

Bild-Text

Vertrauen wächst und in meinem Herzen blüht ein Rosenzweig.

(© Beat Jan)

Manchmal

Manchmal, nur ein kleines Wort,
eine Geste, ein Lächeln, eine Zuwendung,
vertraut und doch immer wieder
erhitzt mich dein Blick und es wäre
Verschwendung ihm nicht nachzugeben.

(© Milena A.L.)

Meine Sinfonie

Meine schönste Sinfonie,
so dankbar denk ich über sie.
Glück an ihrer Seite,
Leben ist zu zweit doch recht
viel gscheiter.

(© M.B. Hermann)

Mich vertausendfältigt

Was auch Sonne, Mond und Sterne gewollt,
sie haben mir Jubelstrahlen zugerollt.
Du, ja Du, hast mich vertausendfältigt
mich mit deiner Liebe überwältigt.
Wie sag ich's nur in meinem Entzücken,
Wunder Du, Du meine Brücke.

(© Hanna Schnyders)

Manchmal ist das Band so fest

Manchmal ist das Band so fest
Manchmal scheint es zu zerbrechen.
Doch weht der Wind von West,
Kann Neues sich versprechen.

Still ist immer dein Geschick,
Dein Walten mild.
Und jeder noch so schlimme Augenblick
Verweht mit deinem Bild.

(© Monika Minder)



Wenns leuchtet

Wenns leuchtet heller als der Sonnenschein,
fühl ich mich auf einmal wie daheim.
Und liegt dein Auge zärtlich auf dem meinen,
verfängt mein Herz sich in dem deinen.
Weit glänzt der Himmel, deiner Schönheit gleich,
wie deine Lippen, zart und weich.

(© M.B. Hermann)

Ich denke dein

Ich denke dein, bis dass der Tag verglüht.
Ich spüre wie dein Herz in meinem blüht!
Es ist als hätte sich ein Traum gelichtet,
Der hin zu dir mein Fühlen richtet.

(© Monika Minder)

Bei dir ist der schönste Ort

Ich wollte einmal fort,
doch ist bei dir der schönste Ort.
Dein Blick berührt mich,
wärmt mich, wie am ersten Tag.
Getragen und geliebt von treuen Händen,
mag ich gern mein Werk vollenden.

(© Beat Jan)



gelbe Rose auf Büchern

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Bild-Text

Ein Lächeln trägt dir die Liebe in die Seele.

(© Monika Minder)



DICH

Wo du
DICH bist
und werden möchtest

dich sein lassen
und in der
Sehnsucht
dich mir spiegeln
in der Liebe
die du mir bist
darin du bist
wie du bist
und werden möchtest

dich sein lassen
und sehen lernen
und spüren
und begreifen

was sein und
werden lassen
bedeutet.

(© Monika Minder)



Gemeinsam

Gemeinsam auf dem Bänklein
so Hand in Hand und in Gedanken,
und mit der Sonne ins Gesicht hinein
zärtlich gesinnt dem Tag danken.
Völlig wunschlos im Einfachen,
nur ab und an ein scheuer Blick,
ein Anlehnen, ein Lachen,
weil das Herz Freude braucht,
und Glück.

(© Hanna Schnyders)

Hell und neu

So hell und neu alles, wenn die Sonne lacht
und die Tage sich dehnen wie unsere Glieder,
die wir strecken, wenn wir aufstehen.
Die Bäume werden weiss, und wieder
kann der Wind durch blauen Himmel wehen.
Die Natur lacht uns grün und gelb entgegen,
die Herzen fliegen wie die Schmetterlinge,
wie wär's nie anders gewesen.

(© M.B. Hermann)

Vertrauen

Wer in einen Garten nur kann schauen,
Wo blind die Seele sich vertraue,
Da hat die Kraft das Leben neu erfunden
Und der edelste Schmerz sich mit einem Herz verbunden.

Da wo Hände lieben sich im Haar
Wird jeder Garten zum Altar.
Dort spielt der Frühling unser Lied
Dass keine Angst uns mehr geschieht.

(© Monika Minder)

Deine Freundschaft

Deine Freundschaft
hat den Regenbogen in mein Auge gelacht.
Mein Herz
hast du in Seidenpapier gewickelt
und die Seele
zum tanzen gebracht.
Bunt, das Leben prickelt.

(© Beat Jan)

Jeder Tag ein schöner Tag

Jeder Tag ein schöner Tag
Wenn sich die Blüte nicht dem Blühen versagt.
Wenn sie still und weise
Nur ihrer Art verpflichtet reise.

(© Monika Minder)


offene Tulpen gelb

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Bild-Text

In der Freundschaft spiegelt sich meine Seele.

(© Jo M. Wysser)

Blühen und Vergehen

Liebe, Freundschaft, was ist mehr
Jenes erhabene Gefühl, das uns nährt.
Liebe voller heisserfüllter Wogen
Zwischen Himmel und betrogen.
Mal süsser Blumenduft
Mal Blitz und Donner in der Luft.
Mildes Lächeln, deine Hand
Launen und ein Pfand.
Nebeldünste, die verwehen
Liebe will doch immer blühen und vergehen.

(© Monika Minder)

Ich weiss, was Liebe ist

Wie wunderschön du bist,
ich weiss was Liebe ist.
Ich möchte dir was schenken,
weil ich so zärtlich an dich denke,
weils in mir zieht, wie am Beginn.
Ich wusste immer, es liegt Grosses darin.

(© Beat Jan)

S P R U C H
A world without friendship ist a world without sun.

(© Monika Minder)

Kurze Valentinstag Gedichte

Es bringt der Tag dir heut ein kleines Glück

Es bringt der Tag dir heut ein kleines Glück
und sagt, ich bin dir nah.
Und will die Zeit dir mal verrückt,
dann bin ich für dich da.

(© Monika Minder)



Du Geliebte

O du Geliebte mit dem Munde wie
Granat- und Mandelblüten! Meine Blume!

(Nahabed Kutschak, gest. 1592)

aus dem Gedicht "die Schönste", Nachdichtung Hans Bethge.


rote Rose mit lila Hintergrund

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Bild-Text

Jahre vergehen, aber die schönsten Momente mit dir
leuchten durch das Lebenssehnen.

(© Monika Minder)

Ein Veilchen

Ein Veilchen schenk ich dir
Hier
Von mir
Geht ein Veilchen zu dir.

(© Monika Minder)

Immer zugegen

Dein Bildnis strahlt in meinen Augen,
Dein Name lebt in meinem Mund,
Du selber wohnst in meinem Herzen, -
Wie wär es möglich, o Geliebte,
Daß du dich je vor mir verbirgst?

(Unbekannter arabischer Dichter)

In manchen Stunden

In manchen Stunden bist du mir so nah
Dann lebt ein Traum sich fort
Und Blumen stehen da
Ohne ein Wort.

(© Monika Minder)

Wie die Sonne

Wenn du als Weiser leben willst, o Freund,
So folge meinem Ratschlag: trinke, küsse
Und scherze leichten Herzens früh und spät.
Nimm dir ein Beispiel an der Sonne, Freund:
Sie trinkt und küsst vom Morgen bis zum Abend,
Trinkt Blumendüfte, küsst die goldnen Gärten!

(Unbekannter Dichter, persischer Liebeslyrik)

Einzigartig

Du bist ein Werk der Schöpfung -
Einzigartig!
Niemand anderes ist so wie du!

(© Monika Minder)

Dich denken

Dich denken
Wie ich's fühl
So tief
So wollen
Wie es will
So kühn
So getrieben
Dich lieben
So geschmackvoll
So wertvoll
Im Hier
Mit dir.

(© Monika Minder)

Textbeispiele für Karten, Briefe ...

1. Textbeispiel mit Spruch

Ihr Tage des Lenzes, mit Rosen geschmückt,
wo ich die Geliebte ans Herze gedrückt.

(Ludwig Rellstab)

Liebe/r...

Wenn ich dich ans Herz drücke, blüht bei mir der Frühling, auch wenn es noch mitten im Winter ist. Du bist wie eine Blume, die sich geöffnet hat, die Wärme ausstrahlt und Schönheit und mir das Gefühl gibt, sie dufte nur für mich.

Tausend Dank für diese Liebe, für diese Freundschaft und die kostbaren Gemeinsamkeiten.

In Liebe und Verbundenheit, dein ...

(© Textbeispiel Monika Minder)

2. Textbeispiel mit kurzem Spruch

Füreinander und Miteinander sind die grossen
Werte jeder Freundschaft und Liebe.

(Monika Minder)

Liebe/r...

Es liegt mir besonders am Herzen ein paar Worte zu schreiben, und dir damit zu sagen, wie viel du mir bedeutest. In der Hektik des Alltags kommt das oft zu kurz.

Du bist etwas ganz Besonderes für mich, und ich bin sehr glücklich, dass wir zusammengefunden haben. Teil voneinander zu sein in dieser Form ist eine Herausforderung aber auch ein grosses Gut, das ich sehr schätze, weil wir daran wachsen.

Ich danke dir und ich liebe dich ...

(© Textbeispiel und Spruch von Monika Minder)

Sämtliche Textbeispiele dürfen privat (nicht im Internet) kostenlos genutzt werden.

klassische bekannte gemeinfreie

Valentinstag-Gedichte

Ach, wie du kamst und meine beiden Hände nahmst

Ach, wie du kamst
Und meine beiden Hände nahmst -
Weiss nicht, wie es geschehen ist,
Und wie du hingesunken bist,
So tief, so tief das Haupt gebeugt!
Da hab ich mich zu dir geneigt
Und zog dein Haupt an meine Brust,
Du hast kein einziges Wort gesagt -
Wir haben es beide doch gewusst.

(Thekla Lingen, 1866-1931, deutsch-russische Lyrikerin)

Mein Liebe

Meine Liebe gleicht der Sonne nicht,
Die flammend auf- und untergeht,
Sie gleicht dem stillen Nordstern,
Der fest am Himmel steht.

Meine Liebe ist kein Rosenstrauch,
Der flüchtig tausend Blüthen treibt;
Sie gleicht dem grünen Epheu,
Es blüht nicht, doch es bleibt.

Meine Liebe gleicht dem Strome nicht,
Der durch den Thau der Wolken schwillt,
Sie ist ein Born, ein tiefer,
Der aus sich selber quillt.

Meine Liebe ist nicht Altarbrand,
Der glühend seine Opfer zehrt,
Sie ist die ew'ge Lampe,
Die still den Dom verklärt.

Meine Liebe ist nicht Jubelglanz,
Der strahlend aus dem Auge blickt,
Sie ist die heil'ge Wonne,
Die vor sich selbst erschrickt.

(Salomon Hermann Mosenthal, 1821-1877, deutscher Dramatiker)

Frühling

Wir wollen wie der Mondenschein
Die stille Frühlingsnacht durchwachen,
Wir wollen wie zwei Kinder sein,
Du hüllst mich in Dein Leben ein
Und lehrst mich so, wie Du, zu lachen.

(Else Lasker-Schüler, 1869-1945, deutsche Dichterin)

aus dem gleichnamigen Gedicht, 1. Strophe

Sonett 116

Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern,
Die wahrhaft gleichgestimmt. Lieb' ist nicht Liebe,
Die Trennung oder Wechsel könnte mindern,
Die nicht unwandelbar im Wandel bliebe.

O nein! Sie ist ein ewig festes Ziel,
Das unerschüttert bleibt in Sturm und Wogen,
Ein Stern für jeder irren Barke Kiel, -
Kein Höhenmaß hat seinen Werth erwogen.

Lieb' ist kein Narr der Zeit, ob Rosenmunde
Und Wangen auch verblühn im Lauf der Zeit -
Sie aber wechselt nicht mit Tag und Stunde,
Ihr Ziel ist endlos, wie die Ewigkeit.

Wenn dies bei mir als Irrthum sich ergiebt,
So schrieb ich nie, hat nie ein Mann geliebt.

(William Shakespeare, 1564-1616, englischer Dramatiker, Lyriker)

Lied

Deine lieben Brüste sind immer auf mich bedacht;
sie träumen in Weiss und Weiss geborgen
von mir wie versponnene Vögel der Nacht.

Wie Sonnen steigen sie auf am Morgen
und flattern in meiner Hände Herd.

Sie haben mir immer alles beschert,
um was ich bat. Alle meine Sorgen
sargten sie ein bis zum jüngsten Tag.

Und weiss wächst dein Arm aus deinem Kleid
wie ein Birkenzweig aus der Mauer am Hag.

Jedes Lied ist mir leid,
das nicht zu deinen Füssen lag!

(Hermann Neisse, 1886-1941, deutscher Schriftsteller)

Verliebte

"Sag', Nachtigall, wem gilt dein süßer Sang?" -
"Dir und ihr die hellen Nächte lang."

"Sprich, lieber Mond, wem gilt dein milder Schein?" -
"All mein Glanz gilt dir und ihr allein."

"Sag', Rose du, wem gilt dein Duft allhier?" -
"Was du nur fragst, er gilt nur dir und ihr."

Was Nachtigall, Rose und Mond gestand,
Gar sicheren Glauben bei jenen fand.

Wo gäb' es Verliebte, die nicht gedacht,
Daß alle Schönheit für sie nur erwacht.

(Leo Heller, 1876-1949, österreichischer Schriftsteller)

Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume
So hold und schön und rein;
Ich schau' dich an,
Und Wehmut schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt',
Betend, dass Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

(Heinrich Heine, 1797-1856, deutscher Dichter, Schriftsteller)

Liebesbotschaft

Allwo ich geh' und wo ich bin
Hab' ich ein kleines Vöglein,
Das fliegt beständig her und hin
Und bringt Dir meine Grüsse,
Du Liebliche, Du Süsse!
Wie heisst das kleine Vögelein?
Das Vöglein heisst: Ich denke Dein!

Und drückt mich Sorg' und Kummer schwer,
Und will ich traurig werden,
So ruf' ich schnell das Vöglein her;
Und hör' ich seine Lieder,
So bin ich selig wieder!
Wie heisst das holde Vögelein?
Das Vöglein heisst: Ich denke Dein.

(Salomon Hermann Mosenthal, 1821-1877, deutscher Dramatiker)

Sternnähe

Nur stammeln kann ich, nicht denken, nur fühlen,
fühlen so gross, so weltenweit,
nun hab ich ihn endlich, endlich, erklommen,
den höchsten Gipfel der Seligkeit.

Ich ruhe in deinen Armen gebettet,
hoch auf der Höhe, fernab vom Weh,
lass mich in Tiefen nicht zerschellen,
halte mich droben, in Sternennäh.

(Hermione von Preuschen, 1854-1918, deutsche Malerin, Dichterin)

Maiblümchen

Wie lieb' ich dich, du Holde, Süsse, Kleine,
Du Frühlingskind, erblüht im Waldesschatten;
Wenn ich dich schau, du Liebliche, du Reine,
Seh' ich die Unschuld sich mit Hoffnung gatten.

Das zarte Weiss in grüner Blätter Hülle,
Wie oft ergötzet es des Wandrers Augen;
Und gerne mag ich deines Duftes Fülle,
Der Biene gleich, begierig in mich saugen.

Aus teurer Hand hab' ich dich einst empfangen,
Ein Bild der Hoffnung wardst du mir gegeben,
Drum sollst du mir recht oft am Busen prangen,
Am Herzen mir entströmen still dein Leben.

(Kathinka Kitz-Halein, 1801-1877, deutsche Schriftstellerin)

Freundschaft oder Liebe

Dein Bild umschwebt mich wo ich gehe,
Es lächelt mir im süssen Traum;
Fast athm' ich nicht in deiner Nähe,
Wo du nicht bist, da leb' ich kaum,
Doch weiss ich nicht, sind diese Triebe
Die ich genährt in stiller Brust,
Die Flammen einer heil'gen Liebe
Sind sie der Freundschaft reinste Lust.

Du lächelst mir; wenn ich mich freue,
So find' ich heil'ger Liebe Spur;
Doch glaub' ich meiner stummen Treue,
So ist es doch wohl Freundschaft nur.
Kein Wesen ist wie du mir teuer,
Was ich empfinde gibt mir Muth -
Es zehrt an mir wie Liebesfeuer,
Doch ist es rein wie Freundschaftsglut.

Doch nein! es ist die heil'ge Liebe
Die mich erfüllt mit Lust und Schmerz;
Lang barg ich ihre süssen Triebe
Mir unbewusst ins treue Herz.
Doch droht die Seele zu ermatten,
Es drücket sie des Schweigens Pein -
Die Liebe wäre nur ein Schatten,
Könnt' was ich fühle, Freundschaft sein.

(Kathinka Kitz-Halein, 1801-1877, deutsche Schriftstellerin)

Wo liebend sich zwei Herzen einen

Wo liebend sich zwei Herzen einen,
nur eins zu sein in Freud und Leid,
da muss des Himmels Sonne scheinen
und heiter lächeln jede Zeit!

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874, deutscher Lyriker)

Im Schlafgemach

Im Schlafgemach, entfernt vom Feste
Sitzt Amor dir getreu und bebt,
Dass nicht die List mutwill’ger Gäste
Des Brautbetts Frieden untergräbt.
Es blinkt mit mystisch heil’gem Schimmer
Vor ihm der Flamen blasses Gold;
Ein Weihrauchswirbel füllt das Zimmer,
Damit ihr recht genießen sollt.
Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde,
Der deiner Gäste Lärm verjagt;
Wie glühst du nach dem schönen Munde,
Der bald verstummt und nichts versagt!
Du eilst, um alles zu vollenden,
Mit ihr ins Heiligtum hinein;
Das Feuer in des Wächters Händen
Wird, wie ein Nachtlicht, still und klein.
Wie bebt vor deiner Küsse Menge
Ihr Busen und ich voll Gesicht!
Zum Zittern wird nun ihre Strenge,
Denn deine Kühnheit wird zu Pflicht.
Schnell hilft die Amor sie entkleiden,
Und ist nicht halb so schnell, als du;
Dann hält er schalkhaft und bescheiden
Sich fest die beiden Augen zu.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter)

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