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Winter Gedichte

Schöne und kurze Wintergedichte für gross und klein, klassische und moderne Gedichte über die kalte Jahreszeit, Nebel, Melancholie...

Sterne aus Eis

Am Fenster wachsen Sterne aus Eis,
Blumen gross und weiss.
Der Wind brüllt um die Ecke,
Weiss verhüllt er jeden Baum und jede Hecke.

(© Monika Minder)


Winterlandschaft mit Himmel

© Bild Monika Minder, kann für private Zwecke=offline (Karten, Mails) gratis genutzt werden. > Nutzung Bilder

Bild-Text

Rückzug vom Blühenden ist Weisheit nicht Tod.

(© Monika Minder)

Wiedersehen

Wie ich ihn vermisse den Schrei
Der Wildgans, den Flug des Graureihers
Das Schnattern der Wildenten
Und das Spiel der Haubentaucher

Dickes Eis deckt heute den See
Meine Freunde sind in wärmere
Gegenden gezogen -
Werden wir uns wiedersehen?

Ich ziehe die Mütze tiefer ins Gesicht
Und gehe mühsam weiter.

(© Gerhard Rombach)

Gedicht hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Rombach.

Herrlich liegt der Schnee

Herrlich liegt der Schnee auf weiter Flur.
Herrlich durchzuwaten mit der ersten Spur.
Es weht der Wind dir um die Ohren,
Herrlich, alles ist zugefroren.

(© Monika Minder)

Wintereinbruch

Der Ahorn hat sein Rot verloren
ausgebreitet liegt’s im Schnee,
des Ginkgo Gold ist schon erfroren
in starren Wellen auf dem See.

Der Birke Blätter woll’n nicht lassen
so neigt sich schwer
der zarte Ast
und nur die Tanne trägt
fast stoisch
die früh gefall’ne weisse  Last.

(Angelika Diem, 1968, Autorin)

Winterhaiku

Die weissen Wipfel
haben das Tal fast erreicht
in nur einer Nacht.

Lockende Beeren
vertrocknet am kahlen Zweig
zwischen den Dornen.

Kein weisses Tuch
über der weichen Krume
schwer sind die Schritte.

Knirscht da jemand
mit morschen Zähnen? Doch nein,
es war das Eis am Bach.

(Angelika Diem, 1968, Autorin)

Gedichte hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Angelika Diem.


Winterlandschaft mit Sonne

© Bild Monika Minder, kann für private Zwecke=offline kostenlos genutzt werden.

Bild-Text

Wahres Leben zeigt sich uns am meisten in der Sehnsucht.

(© Monika Minder)





Wir haben lang Winter

Wir haben Hügel und Tal
Weich und schmal.
Wir haben Wiesen und Wald
Für Tier und Mensch, für jung und alt.

Wir haben lang Winter und viel Schnee
Das lieben die Kinder wirklich sehr.
Doch Hunger haben Vogel und Reh
Das bringt uns auf eine Idee.

Wir haben alle zu viel zum Essen
Das teilen wir jetzt und lassen die Tiere mitessen.
Kerne für die Vögel und Heu für das Reh,
Jetzt tut der Winter nicht mehr weh.

(© Monika Minder)

Wiedersehen

Ich liebe den Winter
mit seiner glitzernden
Reinheit und eisigen Winden
die trüben Gedanken
keinen Raum lassen.

Komm zu mir Geliebte
ich will einen Iglu für dich
bauen aus Sommerträumen
und Morgentau. Mein
Herzschlag soll dich wärmen

(© Gerhard Rombach)

Gedicht hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Rombach.

Winterwunsch

Flocken taumeln sacht
Tanzen durch die Winternacht.
Die Welt wird leise
Nur der Wind lacht.
Grosses Schweigen
Umhüllt die Zeit
Hoffnungsvolle Geigen
Singen ein Vielleicht ...

(© Monika Minder)

Kalter Winter

Kalter Winter, der du Wald und Heide
Ueberwandst in ihrem grünen Kleide,
Manchem Liebchen herrschest du zu Leide!
Scheide, dass mit dir mein Trauern scheide!

Wann im Maien Gras und Laub entspriesset,
Thau die Blumen silberhell begiesset,
Und der Vögel Lied die Waller grüsset,
Welcher Wonne dann mein Herz geniesset!

O, mein Lieber mag sich gern bedingen,
In der Linde Schatten mich zu bringen.
Dort, wo Blumen wir in Blumen schlingen,
Will ich um ein neues Kränzlein ringen.

Seinem Munde will ich küssend nahen,
Will mit blanken Armen ihn umfahen;
Meine Augen sollen's ihm bejahen,
Dass sie nirgend so was Liebes sahen.

(Johann Christoph Friedrich Haug 1761-1829, deutscher Lyriker, Epigrammist)

Im Frost

Viel Schnee ist in der Nacht gefallen,
Jetzt erstarrt im Frost der Flockenflaum.
Es leuchten glitzernde Kristalle,
Und es blinkt und blitzt auf jedem Baum.

Auf weisser Watte die Kinder rennen.
Bach und See sind zugefroren.
Die Kälte beginnt zu brennen,
Und bald sind rot die Ohren.

(© Monika Minder)

Winterblues

Ich glaub, ich hab den Winterblues,
MIr ist ganz grauslich trüb im Mus.
Das kommt vom schlechten Wetter,
Im Frühling wird es wieder besser.

(© Monika Minder)

Der Winter bringt so vieles

Die Mütze voll mit Schnee und Eis
Die ganze Welt ist weiss.
Ich bringe Weihnacht bald
Und schöne Tannen aus dem Wald.
Ich behäng sie dir mit Kerzen
Und mit feinen Butterkeksen.
Ich bringe Silvester, Halsweh und den Schnupfen
Und am Fenster sternig schöne Tupfen.
Ich komme gebraust aus Nord und West und Ost
Ich bin der Winter und ich heisse Frost.

(© Monika Minder)

Kommt seht

Kommt seht, sie fliegen auf und ab
Die ersten Flocken aus dem Himmel.
Sie tanzen, fallen leis herab
Und leuchten im Gewimmel.

Hurra, hurra, wir freuen uns!
Man sieht es an den roten Nasen an.
Bald holen wir den Schlitten raus
Und bauen einen grossen Schneemann.

(© Monika Minder)

Ich wär so gerne eine grosse Tanne

Ich wär' so gerne eine grosse Tanne
Dick beschneit mit flauschigem Schnee,
Dann würd' ich dir im Flockentaumel
Singen von meinem Sehnsuchtsweh.
Geduldig wartete ich auf das zarte Grün
Und auf das erwachende Frühlingsgefühl.

(© Monika Minder)

Wenn der Wind Bewegung bringt

Wenn der Wind
Bewegung bringt
und Schnee sich
auf die Matten singt

Dann zieht der Tod
an der Geduld
und Blumen des Untergangs
sehen der Seele auf den Grund.

(© Monika Minder)

Dankbar scheiden

Wir wollen dankbar scheiden
Du grünes greises Jahr.
Müd geworden von Lust und Leiden
Tanzt sich der erste Schnee ins Haar.

So viele Male sind wir schon gestorben
Die Welt wird alt und leer.
Nichts ist verdorben
Was in Liebe sich vermehrt.

Auch wenn ein langes Schweigen naht
Die Welt wird leiser
Geduld ist für den müden Tag
Der Lohn der Weisen.

(© Monika Minder)

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Bekannte klassische Gedichte

Lied im Winter

Trüb sucht mein Blick: wann wird sie wieder blühn?
Die harte Erde lässt mit kaltem Schweigen
die Wipfel in den klaren Himmel zeigen
um die verschneite Bank im Wald,
auf der du einst ein Frühlingsglück umarmtest;
nun spriesst Reif an den starren Zweigen.
Dann willst du weitergehn den alten Gang,
da schluchzt ein Vogelherz, du weisst nicht wo,
die Stille klingt ihm nach: sie blüht, sie blüht!
Lichtblüten glitzern über allen Steigen!

(Richard Dehmel 1863-1920, deutscher Dichter, Schriftsteller)





Im Winter

Wiesengrund und Bergeshöh'
Liegen wie begraben,
Auf dem schimmernd weissen Schnee
Tummeln sich die Raben.

Mag die Sonne auch ihr Licht
Fernehin entsenden,
Es erquickt und wärmet nicht,
Kann nur schmerzlich blenden.

Dicht vor meinem Fenster steht
Eine schlanke Linde,
Mit Demanten übersä't
Stöhnet sie im Winde.

An die Scheiben pocht sie leis',
Leis' wie Glöckchen läuten;
Was sie sagen will, ich weiss
Mir es wohl zu deuten.

Arme Linde! Tag und Nacht
Scheinst du mir zu klagen:
"Dürft ich doch, statt toter Pracht,
Wieder Blüten tragen!"

(Betty Paoli 1814-1894, österreichische Lyrikerin)

Ein grosser Teich war zugefroren

Ein grosser Teich war zugefroren;
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum:
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und sassen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Kurze Interpretation zu Goethes Froschgedicht

Mit dem zugefrorenen Teich werden wir von Beginn weg in die winterliche Jahreszeit hineingezogen. Ebenso in das "Gefangensein", das der Winter oft mit sich bringt, wenn wir wegen Kälte, Schnee und Eis in der Stube verharren und uns in Geduld üben müssen. Die Frösche träumen jedoch vom Raum da oben, wo sie singen möchten wie die Nachtigallen. Sinnbildlich könnten wir hier die Sehnsucht des Menschen nach dem Frühling sehen. Der ja dann auch kommt (das Eis zerschmilz) und die Frösche sind erlöst.

(© interpretiert von Monika Minder)

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