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Schöne Weihnachtsprosa Erzählung von Theodor Fontane aus Effie Briest, sowie weitere Gedichte des bekannten deutschen Schriftstellers.

Weihnachten im Hause Innstetten

"Die musikalische Soiree bei Gieshübler hatte Mitte Dezember stattgefunden, gleich danach begannen die Vorbereitungen für Weihnachten, und Effi, die sonst schwer über diese Tage hingekommen wäre, segnete es, dass sie selber einen Hausstand hatte, dessen Ansprüche befriedigt werden mussten. Es galt nachsinnen, fragen, anschaffen und das alles liess trübe Gedanken nicht aufkommen. Am Tage vor Heiligabend trafen Geschenke von den Eltern aus Hohen-Cremmen ein, und mit in die Kiste waren allerhand Kleinigkeiten aus dem Kantorhause gepackt: wunderschöne Reinetten von einem Baum, den Effie und Jahnke vor mehreren Jahren gemeinschaftlich okuliert hatten, und dazu braune Puls- und Kniewärmer von Bertha und Hertha. Hulda schrieb nur wenige Zeilen, weil sie, wie sie sich entschuldigte, für X. noch eine Reisedecke zu stricken habe. 'Was einfach nicht wahr ist', sagte Effi. Ich wette, X. existiert gar nicht. 'Dass sie nicht davon lassen kann, sich mit Anbetern zu umgeben, die nicht da sind!'

Und so kam Heiligabend heran.

Instetten selbst baute auf für seine junge Frau, der Baum brannte, und ein kleiner Engel schwebte oben in Lüften. Auch eine Krippe war da mit hübschen Transparenten und Inschriften, deren eine sich, in leiser Andeutung, auf ein dem Innstettenschen Hause für nächstes Jahr bevorstehendes Ereignis bezog. Effi las es und errötete. Dann ging sie auf Innstetten zu, um ihm zu danken, aber eh' sie dies konnte,flog, nach altpommerschem Weihnachtsbrauch, ein Julklapp in den Hausflur: eine grosse Kiste, darin eine Welt von Dingen steckte. Zuletzt fand man die Hauptsache, ein zierliches, mit allerlei japanischen Bildchen überklebtes Morsellenkästchen, dessen eigentlichem Inhalt auch noch ein Zettelchen beigegeben war. Es hiess da:

Drei Könige kamen zum Heiligenchrist,
Mohrkönig einer gewesen ist; -
Ein Mohrenapothekerlein
Erscheinet heute mit Spezerein,
Doch statt Weihrauch und Myrrhen, die nicht zur Stelle,
Bringt er Pistazien - und Mandel - Morselle.

Effi las es zwei-, dreimal und freute

sich darüber. 'Die Huldigungen eines guten Menschen haben doch etwas besonders Wohltuendes. Meinst du nicht auch, Geert?'

'Gewiss meine ich das. Es ist eigentlich das einzige, was einem Freude macht oder wenigstens Freude machen sollte. Denn jeder steckt noch so nebenher in allerhand dummem Zeuge drin. Ich auch. Aber freilich, man ist wie man ist.'

Der erste Feiertag war Kirchtag, am zweiten war man bei Borckes draussen, alles zugegen, mit Ausnahme von Grasenabbs, die nicht kommen wollten, 'weil Sidonie nicht da sei', was man als Entschuldigung allseitig ziemlich sonderbar fand. Einige tuschelten sogar: 'Umgekehrt; gerade deshalb hätten sie kommen sollen.'

Am Silvester war Ressourceball, auf dem Effi nicht fehlen durfte und auch nicht wollte, denn der Ball gab ihr Gelegenheit, endlich einmal die ganze Stadtflora beisammen zu sehen. Johanna hatte mit den Vorbereitungen zum Ballstaate für ihre Gnädige vollauf zu tun. Gieshübler, der wie alles, so auch ein Treibhaus hatte, schickte Kamelien, und Innstetten, so knapp bemessen die Zeit für ihn war, fuhr am Nachmittage noch über Land nach Papenhagen, wo drei Scheunen abgebrannt waren.

Es war ganz still im Hause. Christel, beschäftigungslos, hatte sich schläfrig eine Fussbank an den Herd gerückt, und Effi zog sich in ihr Schlafzimmer zurück, wo sie sich, zwischen Spiegel und Sofa, an einen kleinen, eigens zu diesem Zweck zurecht gemachten Schreibtisch setzte, um von hier aus an die Mama zu schreiben, der sie für Weihnachtsbrief und Weihnachts- geschenke bis dahin bloss in einer Karte gedankt, sonst aber seit Wochen keine Nachricht gegeben hatte.

'Kessin, 31. Dezember. Meine liebe Mama! Das wird nun wohl ein langer Schreibbrief werden, denn ich habe - die Karte rechnet nicht - lange nichts von mir hören lassen. Als ich das letztemal schrieb, steckte ich noch in den Weihnachtsvorbereitungen, jetzt liegen die Weihnachtstage schon zurück. Innstetten und mein guter Freund Gieshübler hatten alles aufgeboten, mir den heiligen Abend so angenehm wie möglich zu machen, aber ich fühle mich doch ein wenig einsam und bangte mich nach Euch.'"

(Theodor Fontane 1819-1898, deutscher Schriftsteller; aus Effie Briest)






Neujahr 1871

Das alte Jahr – vom Turm hat's ausgeklungen,
Auf horcht im Traum der Dohlen dunkle Schar,
Und klirrend sind die Pforten aufgesprungen
(Wie Waffen klirr'n) von einem neuen Jahr;
Ein Trennungsschnitt ist wieder eingedrungen
In das, was sein wird, und in das, was war,
Und eh' wir Wunsch und Bitte vorwärts schicken,
Was läg' uns näher, als zurückzublicken?
In welch ein Jahr! Es ruht das stille Schaffen,
Der Dinge schönes Gleichmass ist gestört,
Vom Rhein zum Njemen klingt es: »Zu den Waffen!
Das Unrecht schreit, die Schmach ist unerhört« –
Und bis zu dieser Stunde kein Erschlaffen
Seit jenem Tag von Weißenburg und Wörth,
In jedem Kampf aufs neue ruhmbereichert,
Was ward seit Spichern alles aufgespeichert!
Dreimal vor Metz, in ungeheurem Ringen,
Auf, ab die Mosel fing das Ernten an,
Bis an der Maas in eisernem Umschlingen
Deutschland den Ehr- und Erntekranz gewann;
An dieses Kranzes blut'gen Ähren hingen
Armeen: dreimalhunderttausend Mann,
Gefangen all! Ein Kaiser ging verloren,
Ein andrer: (Kaiser Weißhart) ward geboren.
Das alte Jahr, in Kampf und Mut und Streben
Hat's uns gefeit, gewappnet und gestählt,
Du neues Jahr, o woll' auch das noch geben,
Das Eine noch, das uns allein noch fehlt:
Laß jenen Ölzweig zu uns niederschweben,
Auf den ein jedes Herz jetzt hofft und zählt,
Zu allem, was das alte Jahr beschieden,
Du neues Jahr, o gib uns Frieden, Frieden!

(Theodor Fontane 1819-1898, deutscher Schriftsteller; Gelegenheitsgedichte)

Und draussen schneit es

Da draußen schneit es: Schneegeflimmer
Wies heute mir den Weg zu dir;
Ein tret' ich in dein traulich Zimmer,
Und warm ans Herze fliegst du mir -
Ab schüttl' ich jetzt die Winterflocken,
Ab schüttl' ich hinterdrein die Welt,
Nur leise noch von Schlittenglocken
Ein ferner Klang herübergellt.

»Nun aber komm, nun laß uns plaudern
Vom eignen Herd, von Hof und Haus!«
Da baust du lachend, ohne Zaudern,
Bis unters Dach die Zukunft aus;
Du hängst an meines Zimmers Wände
All meine Lieblingsschilderein,
Ich seh's und streck' danach die Hände,
Als müss' es wahr und wirklich sein.

So flieht des Abends schöne Stunde,
Vom fernen Turm tönt's Mitternacht,
Die Mutter schläft, in stiller Runde
Nur noch die Wanduhr pickt und wacht.
Ade, ade! von warmen Lippen
Ein Kuß noch - dann in Nacht hinein:
Das Leben lacht, trotz Sturm und Klippen,
Nur Steurer muß die Liebe sein.

(Theodor Fontane 1819-1898, deutscher Schriftsteller; Gelegenheitsgedichte)

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