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Weihnachtsgedanken

Besinnliche Gedanken in Gedichtform für die Advents-, Weihnachts- und Neujahrszeit. Schöne Weihnachtsgedanken.

Weihnachtsgedanken

Für uns gebornes Kind!
O Sohn! für unser Leben
In einen Tod gegeben,
Der Tod und Hölle bind't.
O möchten wir uns schmiegen,
Kind! bis zu deinem Wiegen!
O wären wir so klein,
Als du im Krippelein.

Hieher Vernunft und Witz!
Da liegt ein Mann in Bindlein
Der abgerissnen Windlein,
Der auf dem stolzen Sitz
Der rechten Hand der Kräfte
Und siegenden Geschäfte,
Den Namen und die That
Gott aller Götter hat.

Er heisset Wunderbar:
Und alle seine Namen
Versiegelt er mit Amen,
(Dem ewigen Fürwahr)
Der Eingang war zur Krippe;
Der Ausgang durch die Klippe.
Ein ungebahnter Weg,
Ein wunderbarer Steg.

Ihr Männer hergenaht

Hier sind die Weisheits-Throne:
Ihr findet bey dem Sohne
Den allertreusten Rath;
Und euer Pilger-Wandel
Und euer Streiter-Handel
Wird, durch dis klare Licht,
Vollkommen eingericht't.

Ihr Frauen!eure Last,
In diesen Arbeits-Tagen,
Mit Tapferkeit zu tragen,
Und ohne träge Rast
Das WErk in euren Händen
Zu kehren und zu wenden,
Damit es Segen schafft;
Greift zu! hier liegt die Kraft.

Du muntre Jünglings-Schaar.
(Nicht ihr noch Lendenlahme
Und leider allzu zahme
Verächter der Gefahr,)
Lasst euch den grossen Helden,
Den Gott mit uns, vermelden.
Seht, dass ihr fertig steht,
Wenn er zu Felde geht.

Ihr Jungfern wisset wohl:
Der Vater kann erwehlen,
Ob sich das Kind vermählen,
Obs einsam bleiben soll?
Ach! würden eure Sinnen
Des ewgen Vaters innen,
Und gäben Herz und Sinn
In seine Sorge hin.

Der mit der argen Welt
Und mit der Sünde krieget,
Und Belial besieget,
Und ewig Treue hält;
Der sey auch unsrer Kinder,
Der armen kleinen Sünder,
Die nach der Gnade dürst't
Ihr wohlgewogner Fürst.

Ja Amen! das sey wahr:
Du Fürst der stillen Chöre!
Du Held der Gottes-Heere!
Kraft, Rath und Wunderbar.
Wir schwörn zu deiner Krippen,
Mit Herzen und mit Lippen,
Wir folgen deiner Spur
Zur göttlichen Natur.

(Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700-1760, deutscher Theologe und Dichter von Kirchenliedern)

Abendgedanken

Nun steigt im gold'nen Mondesnachen
Geheimnißvoll die Nacht herauf,
Die klaren Sterne, sie erwachen
Zum ewig abgemess'nen Lauf;
Und längst verklung'ne Sagen schweben
Empor vom Urgrund alles Seins, –
Der Traum vermählt sich mit dem Leben,
Die Wahrheit mit dem Reich des Scheins.

O, welch ein räthselvolles Fluthen
Im All und in der Seele Grund!
Des Tag's gedämpfte Farbengluthen
Sie spiegeln sich in Träumen bunt;
Und wie im Hain die Wipfel schwanken,
Wie geisterhaft die Wolken zieh'n,
So wandern fernhin die Gedanken,
So wogt das Meer der Phantasie'n.

Woher ich kam? – Wohin ich gehe? –
Wer gab dies Sehnen meiner Brust,
Das jetzt zur Erde sinkt voll Wehe,
Jetzt aufwärts schwebt in Himmelslust?
Woher zu jenen Sternenweiten,
Zum höchsten Ziel der heiße Drang?
Erreich' ich's je? – Wer wird mich leiten?
Wer lenkt der irren Seele Gang?

O, suche nur, mein Geist, und ringe
Nach Aufschluß in des Lebens Nacht!
O tauch' hinab zum Quell der Dinge,
Zu dunkler Räthsel tiefstem Schacht!
Doch lies in lichten Sternenzügen,
Was Balsam tief in's Herz dir flößt:
Dereinst wird sel'ge Klarheit siegen,
Und jeder Zweifel wird gelöst!

(Julie Schuhard, 1851-?, deutsche Dichterin)





Neujahrsgedanken

O wachsamer Geist,
Der Wunder beweist,
Erscheine der Seele,
Dein göttliches Oele
Durchströme den Sinn!
Es müß ihm gelingen
Dein Reich zu erringen,
Er sehnt sich dahin.
Der dornichte Steg
Kan Helden erschrekken
Und Tapfere strekken;
Der sandige Weg
Macht müde und matt;
Wer aber Dich hat,
Den machen die Beulen
Nur hurtiger eilen,
Zur bleibenden Stadt.
Drum Streiter-Herz auf!
Auf! ohne Verweilen,
Vollführe den Lauf!

(Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1700-1760, deutscher Theologe)

Morgengedanken

Der Mond verbirget sich, der Nebel grauer Schleier
Deckt Luft und Erde nicht mehr zu;
Der Sterne Glanz erblasst, der Sonne reges Feuer
Stört alle Wesen aus der Ruh.

Der Himmel färbet sich mit Purpur und Saphiren,
Die frühe Morgen-Röte lacht;
Und vor der Rosen Glanz, die ihre Stirne zieren,
Entflieht das bleiche Heer der Nacht.

Durchs rote Morgen-Tor der heitern Sternen-Bühne
Naht das verklärte Licht der Welt;
Die falben Wolken glühn von blitzendem Rubine,
Und brennend Gold bedeckt das Feld.

Die Rosen öffnen sich und spiegeln an der Sonne
Des kühlen Morgens Perlen-Tau;
Der Lilgen Ambra-Dampf belebt zu unsrer Wonne
Der zarten Blätter Atlas-grau.

Der wache Feld-Mann eilt mit singen in die Felder
Und treibt vergnügt den schweren Pflug;
Der Vögel rege Schaar erfüllet Luft und Wälder
Mit ihrer Stimm und frühem Flug.

O Schöpfer! was ich seh, sind deiner Allmacht Werke!
Du bist die Seele der Natur;
Der Sterne Lauf und Licht, der Sonne Glanz und Stärke
Sind deiner Hand Geschöpf und Spur.

Du steckst die Fackel an, die in dem Mond uns leuchtet,
Du gibst den Winden Flügel zu;
Du leihst der Nacht den Tau, womit sie uns befeuchtet,
Du teilst der Sterne Lauf und Ruh.

Du hast der Berge Stoff aus Ton und Staub gedrehet,
Der Schachten Erzt aus Sand geschmelzt;
Du hast das Firmament an seinen Ort erhöhet,
Der Wolken Kleid darum gewälzt.

Den Fisch, der Ströme bläst und mit dem Schwanze stürmet,
Hast du mit Adern ausgehöhlt;
Du hast den Elefant aus Erden aufgetürmet
Und seinen Knochen-Berg beseelt.

Des weiten Himmel-Raums saphirene Gewölber,
Gegründet auf den leeren Ort,
Der Gottheit große Stadt, begrenzt nur durch sich selber,
Hob aus dem Nichts dein einzig Wort.

Doch, dreimal großer Gott! es sind erschaffne Seelen
Für deine Taten viel zu klein;
Sie sind unendlich groß, und wer sie will erzählen,
Muß, gleich wie du, ohn Ende sein!

O Unbegreiflicher! ich bleib in meinen Schranken,
Du, Sonne, blendst mein schwaches Licht;
Und wem der Himmel selbst sein Wesen hat zu danken,
Braucht eines Wurmes Lobspruch nicht.

(Albrecht von Haller 1708-1777, schweizer Mediziner, Botaniker)

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