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Weihnachts Gesang

Weihnachtsgedicht von Paul Gerhardt und weitere besinnliche Gedichte dieses bedeutenden deutschen Kirchenlied-Dichters.

Weihnachtsgesang

Kommt und lasst uns Christum ehren,
Herz und Sinnen zu ihm kehren:
Singet fröhlich, lasst euch hören,
Wertes Volk der Christenheit!

Sünd und Hölle mag sich grämen,
Tod und Teufel mag sich schämen,
Wir, die unser Heil annehmen,
Werfen allen Kummer hin.

Sehet, was hat Gott gegeben!
Seinen Sohn zum ewgen Leben.
Dieser kann und will uns heben
Aus dem Leid ins Himmels Freud.

Seine Seel ist uns gewogen,
Lieb und Gunst hat ihn gezogen
Uns, die Satanas betrogen,
Zu besuchen aus der Höh.

Jakobs Stern ist aufgegangen,
Stillt das sehnliche Verlangen,
Bricht den Kopf der alten Schlangen
Und zerstört der Höllen Reich.

Unser Kerker, da wir sassen
Und mit Sorgen ohne Massen
Uns das Herze selbst abfrassen,
Ist entzwei und wir sind frei.

O du hochgesegnte Stunde,
Da wir das von Herzensgrunde
Glauben und mit unserm Munde
Danken dir, o Jesulein!

Schönstes Kindlein in dem Stalle,
Sei uns freundlich, bring uns alle
Dahin, da mit süssem Schalle
Dich der Engel Heer erhöht.

(Paul Gerhardt 1607-1676, deutscher Theologe, Kirchenlieddichter)

Ich steh an deiner Krippen

Ich steh an deiner Krippen hier,
O Jesulein, mein Leben;
Ich komme, bring und schenke dir,
Was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
Und lass dir's wohlgefallen.

Du hast mit deiner Lieb erfüllt
Mein Adern und Geblüte,
Dein schöner Glanz, dein süsses Bild
Liegt mir ganz im Gemüte.
Und wie mag es auch anders sein:
Wie könnt ich dich, mein Herzelein,
Aus meinem Herzen lassen!

Da ich noch nicht geboren war,
Da bist du mir geboren
Und hast mich dir zu eigen gar,
Eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
Da hast du schon bei dir bedacht,
Wie du mein wolltest werden.

Ich lag in tiefster Todesnacht,
Du warest meine Sonne,
Die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
Des Glaubens in mir zugericht't,
Wie schön sind deine Strahlen!

Ich sehe dich mit Freuden an
Und kann mich nicht satt sehen,
Und weil ich nun nicht weiter kann,
So tu ich, was geschehen.
O dass mein Sinn ein Abgrund wär
Und meine Seel ein weites Meer,
Dass ich dich möchte fassen!

Vergönne mir, o Jesulein,
Dass ich dein Mündlein küsse,
Das Mündlein, das den süssen Wein,
Auch Milch und Honigflüsse
Weit übertrifft in seiner Kraft;
Es ist voll Labsal, Stärk und Saft,
Der Mark und Bein erquicket.

Wenn oft mein Herz im Leibe weint
Und keinen Trost kann finden,
Da ruft mir's zu: Ich bin dein Freund,
Ein Tilger deiner Sünden!
Was trauerst du, mein Brüderlein?
Du sollst ja guter Dinge sein,
Ich zahle deine Schulden.

Wer ist der Meister, der allhier
Nach Würdigkeit ausstreichet
Die Händlein, so dies Kindlein mir
Anlachende zureichet?
Der Schnee ist hell, die Milch ist weiss,
Verlieren doch beid ihren Preis,
Wann diese Händlein blicken.

Wo nehm ich Weisheit und Verstand,
Mit Lobe zu erhöhen
Die Äuglein, die so unverwandt
Nach mir gerichtet stehen?
Der volle Mond ist schön und klar,
Schön ist der güldnen Sterne Schar,
Dies' Äuglein sind viel schöner.

O dass doch ein so lieber Stern
Soll in der Krippen liegen!
Für edle Kinder grosser Herrn
Gehören güldne Wiegen.
Ach, Heu und Stroh ist viel zu schlecht,
Samt, Seide, Purpur wären recht,
Dies Kindlein drauf zu legen.

Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu,
Ich will mir Blumen holen,
Dass meines Heilands Lager sei
Auf lieblichen Violen.
Mit Rosen, Nelken, Rosmarin
Aus schönen Gärten will ich ihn
Von obenher bestreuen.

Zur Seiten will ich hier und dar
Viel weisser Lilien stecken,
Die sollen seiner Äuglein Paar
Im Schlafe sanft bedecken.
Doch liebt viel mehr das dürre Gras
Dies Kindelein, als alles das,
Was ich hier nenn und denke.

Du fragest nicht nach Lust der Welt
Noch nach des Leibes Freuden,
Du hast dich bei uns eingestellt,
An unsrer Statt zu leiden,
Suchst meiner Seelen Herrlichkeit,
Durch dein selbsteignes Herzeleid,
Das will ich dir nicht wehren.

Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
Mein Heiland, nicht versagen:
Dass ich dich möge für und für
In, bei und an mir tragen.
So lass mich doch dein Kripplein sein;
Komm, komm und lege bei mir ein
Dich und all deine Freuden.

Zwar sollt ich denken, wie gering
Ich dich bewirten werde,
Du bist der Schöpfer aller Ding,
Ich bin nur Staub und Erde.
Doch bist du so ein frommer Gast,
Dass du noch nie verschmähest hast
Den, der dich gerne siehet.

(Paul Gerhardt 1607-1676, deutscher Theologe Kirchenlieddichter)




O Jesu Christ, dein Kripplein ist

O Jesu Christ, dein Kripplein ist
Mein Paradies, da meine Seele weidet!
Hier ist der Ort, hier liegt das Wort
Mit unserm Fleisch persönlich angekleidet.

Dem Meer und Wind gehorsam sind,
Gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder.
Du, Gottes Sohn, wirst Erd' und Ton,
Gering und schwach wie wir und unsre Kinder.

Sein Licht und Heil macht alles heil;
Der Himmelsschatz bringt allen Schaden wieder.
Der Freudenquell Immanuel
Schlägt Teufel, Höll' und all ihr Reich danieder.

Drum, frommer Christ, wer du ach bist,
Sei gutes Muts und laß dich nicht betrüben!
Weil Gottes Kind dich ihm verbind't
So kann's nicht anders sein, Gott muß dich lieben.

Gedenke doch, wie herrlich hoch
Er über allen Jammer dich geführet!
Der Engel Heer ist selbst nicht mehr
Als eben du mit Seligkeit gezieret.

Laß aller Welt ihr Gut und Geld
Und siehe nur, daß dieser Schatz dir bleibe!
Wer den hier fest hält und nicht läßt,
Den ehrt und krönt er dort an Seel' und Leibe.

(Paul Gerhardt 1607-1676, deutscher Theologe Kirchenlieddichter)

Schaut, schaut, was ist für Wunder dar?

Schaut, schaut, was ist für Wunder dar?
Die schwarze Nacht wird hell und klar,
Ein grosses Licht bricht dort herein,
Ihm weichet aller Sterne Schein.

Es ist ein rechtes Wunderlicht
Und gar die alte Sonne nicht,
Weils, wider die Natur, die Nacht
Zu einem hellen Tage macht.

Was wird hierdurch uns zeigen an
Der die Natur so ändern kann?
Es muss ein grosses Werk geschehn,
Wie wir aus solchem Zeichen sehn.

Sollt auch erscheinen dieser Zeit
Die Sonne der Gerechtigkeit,
Der helle Stern aus Jakobs Stamm,
Der Heiden Licht, des Weibes Sam?

Es ist also. Des Himmels Heer,
Das bringt uns jetzt die Freudenmär,
Wie sich nunmehr hab eingestellt
Zu Bethlehem das Heil der Welt.

O Gütigkeit! Was lange Jahr
Ihm hat der frommen Väter Schar
Gewünscht und sehnlich oft begehrt,
Des werden wir von Gott gewährt.

Drum auf, ihr Menschenkinder, auf!
Auf, auf, und nehmet euren Lauf
Mit mir hin zu der Stell und Ort,
Davon gemeld't der Engel Wort.

Schaut hin, dort liegt im finstern Stall,
Des Herrschaft gehet überall!
Da Speise vormals sucht ein Rind,
Da ruht jetzt der Jungfrauen Kind.

O Menschenkind, betracht es recht
Und strauchle nicht, dieweil so schlecht,
So elend scheint dies Kindelein;
Es ist und soll auch uns gross sein.

Es wird im Fleisch hier vorgestellt,
Der alles schuf und noch erhält.
Das Wort, so bald im Anfang war
Bei Gott, selbst Gott, das lieget dar.

Es ist der eingeborne Sohn
Des Vaters, unser Gnadenthron,
Das A und O, der große Gott,
Der Siegsfürst, der Herr Zebaoth.

Denn weil die Zeit nunmehr erfüllt,
Da Gottes Zorn muss sein gestillt,
Wird sein Sohn Mensch, trägt unsre Schuld,
Wirbt uns durch sein Blut Gottes Huld.

Dies ist die rechte Freudenzeit.
Weg Trauern, weg, weg alles Leid!
Trotz dem, der ferner uns verhöhnt!
Gott selbst ist Mensch. Wir sind versöhnt.

Der Sünden Büsser ist nun hier,
Den Schlangentreter haben wir,
Der Höllen Pest, des Todes Gift,
Des Lebens Fürsten man hier trifft.

Es hat mit uns nun keine Not,
Weil Sünde, Teufel, Höll und Tod
Zu Spott und Schanden sind gemacht
In dieser grossen Wundernacht.

O selig, selig alle Welt,
Die sich an dieses Kindlein hält!
Wohl dem, der dieses recht erkennt
Und gläubig seinen Heiland nennt!

Es danke Gott, wer danken kann,
Der unser sich so hoch nimmt an
Und sendet aus des Himmels Thron
Uns, seinen Feinden, seinen Sohn.

Drum stimmt an mit der Engel Heer:
Gott in der Höhe sei nun Ehr!
Auf Erden Frieden jederzeit!
Den Menschen Wonn und Fröhlichkeit!

(Paul Gerhardt 1607-1676, deutscher Theologe, Kirchenlieddichter)





Nun lasst uns gehn und treten

Nun laßt uns gehn und treten
Mit Singen und mit Beten
Zum Herrn, der unserm Leben
Bis hierher Kraft gegeben.

Wir gehn dahin und wandern
Von einem Jahr zum andern,
Wir leben und gedeihen
Vom alten zu dem neuen.

Durch so viel Angst und Plagen,
Durch Zittern und durch Zagen,
Durch Krieg und große Schrecken,
Die alle Welt bedecken.

Denn wie von treuen Müttern
In schweren Ungewittern
Die Kindlein hier auf Erden
Mit Fleiss bewahret werden:

Also auch und nicht minder
Läßt Gott sich seine Kinder,
Wenn Not und Trübsal blitzen,
In seinem Schosse sitzen.

Ach Hüter unsers Lebens,
Fürwahr, es ist vergebens
Mit unserm Tun und Machen,
Wo nicht dein' Augen wachen.

Gelobt sei Deine Treue,
die alle Morgen neue,
Lob sei den starken Händen,
die alles Herzleid wenden!

Laß ferner dich erbitten,
O Vater, und bleib mitten
In unserm Kreuz und Leiden
Ein Brunnen unsrer Freuden.

Gib mir und allen denen,
Die sich von Herzen sehnen
Nach dir und deiner Hulde,
Ein Herz, das sich gedulde!

Schleus zu die Jammerpforten
und lass an allen Orten
auf so viel Blutvergießen
die Freudenströme fließen.

Sprich Deinen milden Segen
zu allen unsern Wegen,
lass Großen und auch Kleinen
die Gnadensonne scheinen!

Sei der Verlassnen Vater,
Der Irrenden Berater,
Der Unversorgten Gabe,
Der Armen Gut und Habe!

Hilf gnädig allen Kranken,
Gib fröhliche Gedanken
Den hochbetrübten Seelen,
Die sich mit Schwermut quälen!

Und endlich, was das meiste,
Füll uns mit deinem Geiste,
Der uns hier herrlich ziere
Und dort zum Himmel führe!

Das alles woll'st du geben,
O meines Lebens Leben,
Mir und der Christenschare
Zum sel'gen neuen Jahre!

(Paul Gerhardt 1607-1676, deutscher Theologe, Kirchenlieddichter)

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