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Weihnacht

Schönes Weihnachtsgedicht von Karl Henkell, sowie weitere besinnliche
Gedichte, Bücher- und Geschenk-Tipps.


Weihnacht

Weihnacht, wunderbares Land,
Wo die grünen Tannen,
Sternenflimmernd rings entbrannt,
Jeden Pilger bannen!

Glücklich kindlicher Gesang
Schwebt um heilige Hügel,
Schwebt der Heimat Welt entlang,
Sehnsucht seine Flügel.

Friedestarken Geistes Macht
Sehnt sich, zu verbünden,
Über aller Niedertracht
Muß ein Licht sich zünden.

Lebens immergrüner Baum
Trägt der Liebe Krone –
Und ein milder Sternentraum
Küßt die starrste Zone.

Es klingt ein Lied aus alter Zeit
Wie Sternentraum so rein,
Von eines Kindleins Herrlichkeit
Und schlichter Hütte hellem Schein.

In eine Nacht von Wahn gebar,
Als sich die Zeit erfüllt,
Das Weib den Menschensohn, der klar
Den Widersinn der Welt enthüllt.

Sein Auge war so himmelstief,
Durchstrahlte Trug und List:
Der Lichtheld wuchs, sein Schicksal rief,
Am Kreuze hing der erste Christ.

Noch immer hängt der Mensch am Kreuz,
Noch immer jammern Fraun,
Dem Glockenklang des Weihgeläuts
Mischt sich des Wahnsinns Weh und Graun.

Der Geist, der stark mit Feuer tauft,
Wird immer noch geschmäht,
Noch wird verraten und verkauft,
Wer Saat der kühnen Liebe sät.

Noch sind so viele Augen blind,
Herrscht ungerecht Gericht –
Doch wieder ward die Wahrheit Kind,
Und langsam, langsam wächst ihr Licht.

Der Wanderer geht durch die weite Nacht,
Sein Sinn ist offen, sein Auge wacht.
Er lauscht in das schwangere Schweigen –
Die Sterne ziehen den Reigen.

Sie ziehen den Reigen vieltausend Jahr,
Die Welt ist dunkel, ihr Licht bleibt klar,
Sie sehen aus silbernen Höhen
Der Erde zuckende Wehen.

Der Wanderer horcht dem sausenden Sang
Frostblinkender Drähte meilenlang,
Sie singen von Sehnsucht und Hassen
Ringender Menschenmassen.

Sie singen von rastloser Forscher Mühn,
Von Geisterflammen, die läuternd glühn,
Von Krieg, Hosianna und Grausen
Heimlich sie singen und sausen.

Der Wanderer schaut ob Unglück und Glück
Auf seinen einsamen Pfad zurück.
Dann weilt auch der Hüter der Erde
Am nächsten feiernden Herde.

Er hebt ein Kindlein traut auf den Arm –
Wie wird der Atem der Welt ihm warm! –
Und rastet beim Lichterbaume,
Lächelnd wie tief im Traume.

(Karl Henkell 1864-1929, deutscher Schriftsteller, Lyriker)




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Winter


Das ist der bleiche Winter:
Eiszapfen in der Hand,
Am Wolkenwebstuhl spinnt er
Elend und Liebestand.

Sein Atem überschauert
Mit Schneekristall das Land,
In Frost und Nöten kauert
Armut am Herdesrand.

Auf spiegelblankem Eise
Sportlust ist heiss entbrannt,
Venus im Pelz zieht Kreise
Um ihren Leutenant.

Das ist der bleiche Winter:
Eiszapfen in der Hand,
Am Wolkenwebstuhl spinnt er
Elend und Liebestand.

(Karl Henkell 1864-1929, deutscher Schriftsteller, Lyriker)




Der Mond

Der Mond, der Träume Meister, schwebt im Blauen,
Auf Strahlenbrücken gleitet leise hin,
Versunken in ein selbstverlornes Schauen,
Der nachtgelöste, weltallkühle Sinn.
Ich fühle feuchten Glanz herniedertauen
Mit silbermaschig perlendem Gespinn,
Die Bäume tropfen von verklärtem Lichte,
Und durch die Seele rieseln Sterngedichte.

Gefangen von des Schimmers Zaubernetze,
Schaukl' ich im Schosse der Unendlichkeit ...
Und meines Geistes reinste Sehnsucht letze
Vollkommen ich, von Wünschen unentweiht.
Wie selbstentrückt genieß' ich die Gesetze,
Vom Wahne meines engen Ich befreit,
Das sich am Tage bannt in nächste Kreise
Und wirkt nach seines Triebs beschränkter Weise.

Hier geh' ich auf, hier geb ich mich der Grösse
Und ihrem unverbrüchlich sichern Gang,
Kein Himmelsstürmer mit Pygmäenblösse,
Der aufbegehrt gen übermächtigen Zwang.
Ich wittre weltweit Ätherwellenstösse,
Der feinsten Elemente Fluß und Drang,
Der mondesaugigen Gottheit Atemzüge
Atm' ich im Gleichtakt, fern der Lebenslüge.
Und meiner Eigensuchten Bürde sinken
Fühl' ich wie Ballast auf der Erde Grund,
Aus leichtern Sphären Allgefühl zu trinken,
Heb' ich den Himmelsbecher an den Mund.
Unendlich Schlürfen! Mondesfeen winken
Und schliessen mich in ihren Schwebebund,
In ihrem zartgewobnen Strahlenreigen
Seh ich mit mir die Liebste sternwärts steigen.
In keuscher Formenklarheit offenbaren
Sich irdischer Bilder Umriss und Gestalt,
So rein, wie wir sie Tages nie gewahren,
Wo von den Dingen grell der Lichtpfeil prallt.
Der Menschen Wohnungen wir neu gewahren
Wie marmorweiss – mit magischer Gewalt
Umgiesst ein Abglanz überirdischer Helle
Der Villen Gärten und des Sees Welle.
Nun sind die Stunden, wo die Zeit vergangen
Und alles zittert unermesslich tief,
Durchsichtige Silberschleier niederhangen
Vom Haupt der Mondfrau, die geblendet schlief –
Nun hält in allumfassendem Verlangen
Die Nacht in weisser Hand den goldnen Brief,
Drin sie die Welt verschwenderisch begnadet,
Zum Traum in blaue Sternensäle ladet ...

(Karl Henkell 1864-1929, deutscher Schriftsteller, Lyriker)


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