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Hoffnung

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Schönes und bekanntes Gedicht von Friedrich Schiller mit Interpretation,
sowie Links- und Bücher-Tipps.


Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen;
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen;
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben;
Denn beschliesst er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er - die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren.
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

(Friedrich Schiller 1759-1805, deutscher Dichter, Dramatiker, Philosoph)




Eine Interpretation des Gedichtes Hoffnung
____________________________________________



Schiller wurde 1759 geboren. Das Gedicht hat er 1797 oder 1798
geschrieben, also im Alter von ca. 38 Jahren und in einer Zeit,
die man die Weimarer Klassik nennt.

Das Gedicht könnte durchaus in der heutigen Zeit geschrieben
worden sein. Auch heute rennen und jagen die Leute einem
glücklichen goldenen Ziel nach. Oder anders gesagt, nach Erfolg,
Macht und Geld, nach höher, besser, schneller ...

Die Welt wird alt und wieder jung. Das alte Jahr geht vorbei und
immer wieder kommt ein neues und immer wieder werden neue
Hoffnungen in das, was besser oder noch besser werden sollte,
gelegt. Die ewige Wiederkehr.

Vielleicht ist das Gedicht auf das Neujahr geschrieben worden oder
kurz danach, wo die Menschen vermehrt nach Verbesserungen und
Vorsätzen schreien.

In der zweiten Strophe will Schiller uns zeigen, wie diese tiefe
Hoffnung uns umgarnt, wie sie uns von Beginn des Lebens bis
zum Tod begleitet. Wir können sie nicht abschütteln, sie keimt
immer wieder auf. Wie das Leben im Frühling.

Doch, ist die Hoffnung das Leben?

Hoffen, suchen, streben, berufen sein zu etwas Höherem, das
waren die Ideale der Klassik.

Ob Schiller es mit der Hoffnung ernst meinte? Oder können wir
in dem Gedicht einen gewissen Zynismus erkennen, weil ja nur
Toren an der Hoffnung festhalten?

Aus verschiedenen Biografien wissen wir, dass es Schiller fern war,
Menschen zu verletzen oder Konventionen zu missachten, so dass
sein Gedicht eher eine Zeitgeschichte darstellt und der Zynismus
meiner heutigen Sichtweise entlockt ist.


(© Interpretation von Monika Minder)




Der Zauber der Hoffnung

Die Hoffnung ist stärker als unsere Logik.
Und das ist ihr Zauber.

(© Monika Minder)



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