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Der Panther

Gedicht - Rainer Maria Rilke

Eines der bekanntesten und berühmtesten Gedichte von dem österreichischen Schriftsteller und Dichter Rainer Maria Rilke.

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
So müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
Und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
Der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
In der betäubt ein grosser Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
Sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
Geht durch der Glieder angespannte Stille -
Und hört im Herzen auf zu sein.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926, österreichischer Schriftsteller, Dichter)

Gedicht aus: neue Gedichte, geschrieben 1902 oder 1903.

Interpretation zu der Panther

Ist ein Tier in einem Käfig eingesperrt und gefangen, macht uns das zuerst einmal betroffen. Wir denken: "Armes Tier!" Warum nur muss man Tiere in Käfige sperren? Tiere sollten doch frei in der Natur leben dürfen, dort wo sie herkommen und hingehören.

Womöglich ging es Rilke ähnlich. Im Gedicht beschreibt er, wie sich der Panther hinter diesen Stäben fühlen könnte. Dass es langweilig ist, dass man nicht weiss wohin mit seiner Energie und von daher nichts anderes tun kann, als im Kreis zu laufen. Der Blick durch die Stäbe nach draussen macht es nicht besser. Es dringt kein Leben mehr hinein, weil es für diesen Panther da draussen kein Leben gibt.

Das Gedicht trägt den Untertitel "Im Jardin des Plantes, Paris". In diesem botanischen Garten von Paris konnten die Leute exotische Tiere beobachten. Unter anderem einen schwarzen Panther in einem Käfig.

Ob das Gedicht aus der Beobachtung Rilkes in diesem Garten entstanden ist, oder seine eigene Situation darin gespiegelt wird, wissen wir nicht. Da er zu dieser Zeit ein Zimmer bewohnte mit dem er nicht wirklich zufrieden war, könnte man davon ausgehen.

In einem Brief an Clara Rilke schreibt er am 18. Sept. 1902: "... denn, mag mein Hotel noch so viele Fehler haben, sein grösster ist für mich diese enge Gasse mit den Fenstern vis-à-vis, mit den vielen eingerahmten fremden Lebensmomenten, deren Zeuge man fortwährend zu sein gezwungen wird; gerade in den Augenblicken, da man den Blick nach Fernen hebt, Engen begegnend, die bange machen. Und wenn man auch noch denkt, dass alle diese 12 Fenster, dich ich, an meinem Schreibtisch sitzend, vor mir habe, nicht nur Rahmen, sondern auch ihrerseits wieder Augen sind, die in mein Leben herein offenstehen, - dann ist es manchmal kaum zu ertragen...".

Rilke spürte eine kaum zu ertragende Enge. Die 12 Fenster, die er bei jedem Blick nach draussen anschauen "musste", könnten vergleichbar mit den Stäben des Käfigs stehen. Da gab es keine Weite, kein Entkommen mit dem Blick. Nichts als Fenster (Augen), die ihn zu beobachten schienen, wie die Zuschauer den Panther.

(© geschrieben von Monika Minder, 25.10.2018)

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