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Rilke Gedichte

Schöne und kurze Gedichte des berühmten Dichters Rainer Maria Rilke. Jahreszeiten Gedichte, Liebe, Abschied, Trauer, Geburtstag uvm.

Voller Apfel, Birne und Banane

Voller Apfel, Birne und Banane,
Stachelbeere... Alles dieses spricht
Tod und Leben in den Mund... Ich ahne...
Lest es einem Kind vom Angesicht,

wenn es sie erschmeckt. Dies kommt von weit.
Wird euch langsam namenlos im Munde?
Wo sonst Worte waren, fliessen Funde,
aus dem Fruchtfleisch überrascht befreit.

Wagt zu sagen, was ihr Apfel nennt.
Diese Süsse, die sich erst verdichtet,
um, im Schmecken leise aufgerichtet,

klar zu werden, wach und transparent,
doppeldeutig, sonnig, erdig, hiesig –:
O Erfahrung, Fühlung, Freude –, riesig!

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Dichter)

Wenns Frühling wird

Die ersten Keime sind, die zarten,
im goldnen Schimmer aufgesprossen;
schon sind die ersten der Karossen
im Baumgarten.
Die Wandervögel wieder scharten
zusamm sich an der alten Stelle,
und bald stimmt ein auch die Kapelle
im Baumgarten.
Der Lenzwind plauscht in neuen Arten
die alten, wundersamen Märchen,
und draußen träumt das erste Pärchen
im Baumgarten.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker; aus: Larenopfer)

Will dir den Frühling zeigen

Will Dir den Frühling zeigen
Der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
Und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu Zweien gehn
Und sich bei den Händen halten –
Dürfen ihn einmal sehn

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker aus: Advent

Lied vom Meer

Capri. Picola Marina

Uraltes Wehn vom Meer
Meerwind bei Nacht:
Du kommst zu keinem her;
Wenn einer wacht,
So muss er sehn, wie er
Dich übersteht:
Uraltes Wehn vom Meer,
Welches weht
Nur wie für Urgestein,
Lauter Raum
Reissend von weit herein.

O wie fühlt dich ein
Treibender Feigenbaum
Oben im Mondschein.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker aus: der neuen Gedichte, anderer Teil.)

Mir

Das ist mein Streit:
Sehnsuchtgeweiht
Durch alle Tage schweifen.
Dann, stark und breit,
Mit tausend Wurzelstreifen
Tief in das Leben greifen -
Und durch das Leid
Weit aus dem Leben reifen,
Weit aus der Zeit!

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker aus: Advent





Fremd

Fremd ist, was deine Lippen sagen,
Fremd ist dein Haar, fremd ist dein Kleid,
Fremd ist, was deine Augen fragen,
Und auch aus unsern wilden Tagen
Reicht nicht ein leises Wellenschlagen
An deine tiefe Seltsamkeit.

Du bist wie jene Bildgestalten,
Die überm leeren Altarspind
Noch immer ihr Hände falten,
Noch immer alte Kränze halten,
Noch immer leise Wunder walten -
Wenn längst schon keine Wunder sind.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker aus: Advent)

Bei dir ist es traut

Bei dir ist es traut:
Zage Uhren schlagen
Wie aus weiten Tagen.
Komm mir ein Liebes sagen -
Aber nur nicht laut.

Ein Tor geht irgendwo
Draussen im Blütentreiben.
Der Abend horcht an den Scheiben
Lass uns leise bleiben:
Keiner weiss uns so.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österreichischer Lyriker) aus: Advent)

Purpurrote Rosen binden

Purpurrote Rosen binden
Möcht' ich mir für meinen Tisch,
Und, verloren unter Linden,
Irgendwo ein Mädchen finden -
Klug und blond und träumerisch.

Möchte seine Hände fassen,
Möchte knien vor dem Kind,
Und den Mund, den sehnsuchtsblassen
Mir von Lippen küssen lassen,
Die der Frühling selber sind.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker aus: Advent)





Wo sind die Lilien aus dem hohen Gras

Wo sind die Lilien aus dem hohen Gras,
Die deine Hand zu hüten nie vergass -
Schon tot?
Wo ist die Freude deiner Wangen hin,
Die wie ein ganzer Lenz zu prangen schien, -
Verloht? -
Und wo ist unser Glück, so gross und rein,
Das hell dein Haar wie ein Madonnenschein
Umspann? -
Ist auch schon tot. Heut weinen wir ihm nach
Und morgen kommt der Frost uns ins Gemach -
Und dann? ...

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker) aus: Advent)

Der Novembertag

Kalter Herbst vermag den Tag zu knebeln,
Seine tausend Jubelstimmen schweigen;
Hoch vom Domturm wimmern gar so eigen
Sterbeglocken in Novembernebeln.

Auf den nassen Dächern liegt verschlafen
Weisses Dunstlicht; und mit kalten Händen
Greift der Sturm in des Kamines Wänden
Eines Totenkarmens Schlussoktaven.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker aus: Larenopfer)

Der Abend kommt von weit gegangen

Der Abend kommt von weit gegangen
durch den verschneiten, leisen Tann.
Dann presst er seine Winterwangen
an alle Fenster lauschend an.

Und stille wird ein jedes Haus;
die Alten in den Sesseln sinnen,
die Mütter sind wie Königinnen,
die Kinder wollen nicht beginnen
mit ihrem Spiel. Die Mägde spinnen
nicht mehr. Der Abend horcht nach innen,
und innen horchen sie hinaus.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Lyriker)





Die Liebenden

Sieh, wie sie zu einander erwachsen:
in ihren Adern wird alles Geist.
Ihre Gestalten beben wie Achsen,
um die es heiss und hinreissend kreist.
Dürstende, und sie bekommen zu trinken,
Wache, und sieh: sie bekommen zu sehn.
Lass sie ineinander sinken,
um einander zu überstehn.

(Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Dichter)

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Werke von Rilke
Eine grosse Sammlung von Rainer Maria Rilke Werken mit Kurzbiografie auf zeno.org

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