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Prosa

Schöne Prosatexte und Gedichte von verschiedenen Schriftstellern, sowie
gute Links-, Bücher- und Geschenk-Tipps.


Prosa Gedichte von Stephané Mallarmé
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Albumblatt


Fräulein, die da Lust befiel,
mir ein wenig zuzuhören
auf einmal und wie zum Spiel
meiner Flöten Holz beschwören,

weil sich's denn mein Übermut
vor der Landschaft zugetraute,
scheint mir dran das Ende gut,
als ich Euch ins Antlitz schaute,

der mit klammen Fingern ich
diesem eiteln Atem wehrte,
daß er mir nicht noch entwich,
ob er alles auch entbehrte,

euer helles Kinderlachen,
das die Luft bannt, nachzumachen.

(Stéphane Mallarmé 1842-1898, französischer Schriftsteller)




Frau, nicht zu viel Glut auf einmal angefacht

Frau, nicht zu viel Glut auf einmal angefacht:
grausam, zerrissen oder müde gar des reinen
Purpurkleides, öffnet es die Rose, weinen
zu hören den Demant in ihres Fleisches Nacht,

nein, ohne solches Übermaß an Tau und sacht,
noch Wind, weicht schon mit ihm Gewitterhimmel, keinen,
dem schlichten wahren Tagfürtag des Fühlens einen,
ich weiß nicht welchen Raum eifrig herbeigebracht:

dünkt Dich nicht auch, sag's nur mit mir, daß jedes Jahr,
das Gnade spendend sich auf Deiner Stirn erneut,
genüge, manchem Anschein nach, und mir nun gar,

dem Fächer gleich erstaunt, der frisch im Zimmer haucht,
daß von so wenig, als es hier Erregung braucht,
belebt, uns die vorlängst eintönige Freundschaft freut?

(Stéphane Mallarmé 1842-1898, französischer Schriftsteller)




O so lieb von fern und nah

O so lieb von fern und nah und weiß, meine Mary, so
köstlich Du, daß ich denken muß, in Träumen befangen,
an einen seltenen Balsam, den Lüge nicht habe gelangen
lassen auf Blumengerät von Kristall im Finstern wo.

Weißt Du's? Ja! Für mich ist es Jahre schon, immer schon, o,
daß mir Dein strahlendes Lächeln derselben Rose Prangen
verlängert samt ihrem schönen Sommer, der untergegangen
im Damals wie dann in den Fluten der Zukunft ebenso.

Mein Herz, das manchmal nachts darnach trachtet, sich zu erkennen
oder Dich mit dem zärtlichsten aller Worte zu nennen,
schwärmt von dem einen, das nichts als geflüstert nur Schwester Dich heißt,

wär es, Schatz Du sehr großer und Köpfchen so kleines Du, nicht,
daß Du mich in was weit anders Lieblichem unterweist,
wie es ganz leise der Kuß nur in Dein Haar hinein spricht.

(Stéphane Mallarmé 1842-1898, französischer Schriftsteller)

In der Übersetzung von Richard von Schaukal.

Quelle: deutsche-liebeslyrik.de





Prosa Gedichte von Alfred Lichtenstein
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Die Dämmerung


Ein dicker Junge spielt mit einem Teich,
Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.
Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,
Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.

Auf lange Krücken schief herabgebückt
Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.
Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.
Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.

An einem Fenster klebt ein fetter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.

(Alfred Lichtenstein 1889-1914, deutscher Schriftsteller)




Strassen

Viel Himmel liegt auf allen singenden
Einsamen Strassen im Laternenscheine.
Ich schwing im Winde über graue Steine,
Die spiegeln meinen Schritt, den klingenden.

Ich spüre an der Stirne eiligen
Verhauch von gelben und von dunklen Dingen.
Ich will die Nacht mit Träumerein verbringen.
Ich fühl den Mond ... grüngoldnen Heiligen.

(Alfred Lichtenstein 1889-1914, deutscher Schriftsteller)




Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.

Gefangene Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, dass sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftige Mond, die fette Nebelspinne.

Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weissen Elendsaugen
Wie Spiesse in die aufgeschwollne Nacht.

(Alfred Lichtenstein 1889-1914, deutscher Schriftsteller)




Gegen Morgen

Was kümmern mich die flinken Zeitungsjungen.
Mich ängstet nicht das Nahen verspäteter Autotiere.
Ich ruhe auf meinen schreitenden Beinen.

Verregnet ist mein Gesicht.
Grünliche Reste der Nacht
Kleben um meine Augen.
So hab ich mich gern -

Wie die spitzen, heimlichen
Wassertropfen auf tausend Wänden knacken.
Von tausend Dächern plumpsen.
Auf blinkenden Strassen hüpfen ...
Und alle grämlichen Häuser
Horchen auf ihren
Ewigen Gesang.

Dicht hinter mir ist die brennende Nacht verdorben ...
An meinem Rücken lagert ihr dunstiger Leichnam.
Doch über mir fühl ich den rauschenden,
kühlen Himmel.

Siehe - ich bin vor einer
Strömenden Kirche.
Gross und still empfängt sie mich.

Hier will ich etwas verweilen.
Versunken sein in ihre Träume.
Träume aus grauer
Glanzloser Seide ...

(Alfred Lichtenstein 1889-1914, deutscher Schriftsteller)


Quelle: zeno.org





Prosa Gedichte von Charles Baudelaire
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Die Katze


Komm, schöne Katze, und schmiege dich
An mein Herz, halt zurück deine Kralle.
Laß den Blick in dein Auge tauchen mich,
In dein Aug' von Achat und Metalle.
So oft dich mein Finger gemächlich streift,
Deinen Kopf und Rücken zu schmeicheln,
Und träumende Lust meine Hand ergreift,
Die magnetischen Glieder zu streicheln,
Schau ich im Geist meine Frau. Der Strahl
Ihres Blicks, mein Tier, gleicht dem deinen,
Ist tief und kalt wie ein schneidender Stahl.
In schmiegsamem Spiel haucht den feinen,
Gefährlichen Duft, wie Schmeichelgruß,
Ihr brauner Leib von Kopf zu Fuß.

(Charles Baudelaire 1821-1867, französischer Schriftsteller)




Der Balkon

Quell der Erinnerung, du Liebste aller Lieben,
O du, all meine Lust, o du, all meine Pflicht!
Ist dir Gedenken an der Küsse Glück geblieben.
An Wärme des Kamins, an gütig Abendlicht?
Quell der Erinnerung, du Liebste aller Lieben!

Die Abende erhellt von sanfter Kohlenglut,
Die Dämmrung vom Balkon in rosger Lüfte Wehen –
Wie war dein Busen süss, wie war dein Herz mir gut!
Wir sagten Dinge uns, die nimmermehr vergehen,
Die Abende erhellt von sanfter Kohlenglut.

Wie sind die Sonnen schön im warmen Abendblauen,
Wie mächtig ist das Herz, wie weit und tief die Luft!
Ich neigte mich zu dir, o Königin der Frauen,
Mir war, als atmete ich deines Blutes Duft.
Wie sind die Sonnen schön im warmen Abendblauen!

Die Nacht war um uns her, wie stiller Zelle Raum,
Durchs Dunkel riet mein Blick noch deiner Augen Süsse,
Und deinen Hauch trank ich – o Gift, o selger Traum!
In brüderlicher Hand entschliefen deine Füsse.
Die Nacht war um uns her, wie stiller Zelle Raum.

Neu wecken kann ich mir der holden Zeit Gebilde,
Mein einstig Leben, das in deinem Schoss versenkt.
Wo sucht' ich anders wohl solch müder Schönheit Milde,
Die nicht dein lieber Leib, dein gütig Herz geschenkt?
Neu wecken kann ich mir der holden Zeit Gebilde!

Die Schwüre, dieser Duft, die Küsse ohne Zahl,
Erstehn aus Schlünden sie, die unsrem Suchen wehren.
Wie Sonnen aufwärts fliehn mit siegverjüngtem Strahl,
Wann sich ihr Schimmer wusch im Grund von tiefen Meeren?
O Schwüre, Düfte ihr! O Küsse ohne Zahl!

(Charles Baudelaire 1821-1867, französischer Schriftsteller)




Romantischer Sonnenuntergang

Wie ist die Sonne schön, wann in azurne Räume,
Ein flammendes Geschoss, sie grüssend aufwärts steigt!
Glückselig, wessen Herz sich ihr in Liebe neigt
Bei ihrem Untergang, der prangender als Träume!

Ich denke dran! ... Ich sah Quell, Blume, Furche, Feld,
Gleichwie ein zitternd Herz vergehn vor ihren Pfeilen ...
Auf nach dem Horizont, es dunkelt, lasst uns eilen,
Damit auf unser Haupt ein später Strahl noch fällt!

Doch folge ich umsonst dem Gotte, der entschwindet;
Die allgewaltge Nacht hat schon ihr Reich begründet,
Die schwarz und unheilvoll das Herz in Schauern löst;

Ein Grabesdunst enthaucht des Dunkels feuchtem Flore,
Indes mein banger Fuss am Rand der finstren Moore
Auf kalte Schnecken und gescheuchte Kröten stösst.

(Charles Baudelaire 1821-1867, französischer Schriftsteller)

Aus: Blumen des Bösen 1907.




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