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Poesie

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Unentschlossen

Kerzenglanz und weiße Lilien
machen meine Tafel hell.
Perlt der Wein in den Kristallen,
kreisen meine Augen schnell.

Meine schönen Mädchen schälen
Obst mit schlanker, weißer Hand.
Ihre jungen Augen leuchten;
jeder sei ein Blick gesandt.

Möcht dem Sommervogel gleichen,
der um alle Blüten spielt,
möchte gar zu gerne wissen,
woher Amor Pfeile zielt.

(Alfred Walter Heymel 1878-1914, deutscher Schriftsteller)




Reiselied

Wasser stürzt, uns zu verschlingen,
Rollt der Fels, uns zu erschlagen,
Kommen schon auf starken Schwingen
Vögel her, uns fortzutragen.

Aber unten liegt ein Land,
Früchte spiegelnd ohne Ende
In den alterslosen Seen.

Marmorstirn und Brunnenrand
Steigt aus blumigem Gelände,
Und die leichten Winde wehn.

(Hugo von Hofmannsthal 1874-1929, österr. Dramatiker und Schriftsteller)




Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh geweckt;
wo die alten Eichen rauschen,
hier am Waldrand hingestreckt,
will ich dich, Natur, belauschen.

Jeder Halm steht wie erwacht;
grüner scheint das Feld zu leben,
wenn im kühlen Tau der Nacht
warm die ersten Strahlen beben.

Wie die Fülle mich beengt!
so viel Grosses! so viel Kleines!
wie es sich zusammendrängt
in ein übermachtig Eines!

Wie der Wind im Hafen surrt,
tief im Gras die Grillen klingen,
hoch im Holz die Taube gurrt,
wie die Blätter schauernd schwingen,

wie die Bienen taumelnd sammeln
und die Käfer lautlos schlüpfen -
O Natur! was soll mein Stammeln,
seh ich alldas dich verknüpfen:

wie es mir ins Innre dringt,
all das Grosse, all das Kleine;
wie's mit mir zusammenklingt
in das übermächtig Eine!

(Richard Dehmel 1863-1929, deutscher Dichter und Schriftsteller)




Der Nachtwind

Der Nachtwind hat in den Bäumen
Sein Rauschen eingestellt,
Die Vögel sitzen und träumen
Am Aste traut gesellt.

Die ferne schmächtige Quelle,
Weil alles andre ruht,
Lässt hörbar nun Welle auf Welle
Hinflüstern ihre Flut.

Und wenn die Nähe verklungen,
Dann kommen an die Reih
Die leisen Erinnerungen,
Und weinen fern vorbei.

Dass alles vorübersterbe,
Ist alt und allbekannt;
Doch diese Wehmut, die herbe,
Hat niemand noch gebannt.

(Nikolaus Lenau 1802-1850, österreichischer Schriftsteller)




Einerlei

Ihr Mund ist stets derselbe,
Sein Kuss mir immer neu,
Ihr Auge noch dasselbe,
Sein freier Blick mir treu;

Oh du liebes Einerlei,
Wie wird aus dir so mancherlei!

(Achim von Arnim 1781-1831, deutscher Schriftsteller)




Mir ist zu licht zum Schlafen

Mir ist zu licht zum Schlafen
Der Tag bricht in die Nacht,
Die Seele ruht im Hafen,
Ich bin so froh erwacht.

Ich hauchte meine Seele
Im ersten Kusse aus,
Was ist's dass ich mich quäle
Ob sie auch fand ein Haus.

Sie hat es wohl gefunden
Auf ihren Lippen schön,
O welche sel'ge Stunden,
Wie ist mir so geschehn!

Was soll ich nun noch sehen?
Ach, alles ist in ihr,
Was fühlen, was erfliehen?
Es ward ja alles mir.

Ich habe was zu sinnen,
Ich hab', was mich beglückt:
In allen meinen Sinnen
Bin ich von ihr entzückt.

(Achim von Arnim 1781-1831, deutscher Schriftsteller)




Leise Lieder

Leise Lieder sing ich dir bei Nacht,
Lieder, die kein sterblich Ohr vernimmt,
noch ein Stern, der etwa spähend wacht,
noch der Mond, der still im Äther schwimmt;

denen niemand als das eigne Herz,
das sie träumt, in tiefer Wehmut lauscht,
und an denen niemand als der Schmerz,
der sie zeugt, sich kummervoll berauscht.

Leise Lieder sing ich dir bei Nacht,
dir, in deren Aug mein Sinn versank,
und aus dessen tiefem, dunklen Schacht
meine Seele ewige Sehnsucht trank.

(Christian Morgenstern 1871-1914, deutscher Dichter, Schriftsteller)




Einst werden Sonn' und Sterne kalt

Einst werden Sonn' und Sterne kalt
Du liegst so gut in meinem Arm,
So gut ruht nur in mir mein Herz.
Wir schweben wie das Feuer fort
Und leben nur der Küsse Leben.
Einst werden Sonn' und Sterne kalt,
Uns hat der Tod vergessen müssen,
Und tausend, tausend Jahre alt
Leben wir noch in jungen Küssen.

(Max Dauthendey 1867-1918, deutscher Dichter, Maler)




Momentaufnahmen

Akkorde haben sich aufgetan –
Der Glanz der Welt steigt in die Sterne auf . . .!
Vom Berg hat sich ein Lied gelöst –
Tief unten steht lauschend im Kahn
Die Liebe –, und fängt es auf . . . – –

(Elsa Asenijeff 1867-1941, österreichische Schrifstellerin)




Die Braut

Unberufen zum Scherz, welcher im Liede lacht,
Nicht gewöhnet zu sehn Knidia's Götterchen,
Wollt' ich Lieder, wie Schmidt singt,
Lieder singen, wie Hagedorn.

Schon glitt, zärtliche Braut, meine verlorne Hand
Nach Anakreons Spiel, rann es, wie Silberton
Durch die Saiten herunter,
Vom hinfliegenden blonden Haar;

Von dem Kuss, der gerauht, halb nur empfunden wird,
Von der süsseren Lust eines gegebenen;
Von dem frohen Gelispel
Unter Freunden und Freundinnen,
Wenn die schnellre Musik in die Versamlung sich
Ungestümer ergiesst, Flügel der Tänzer hat,
Und das wildere Mädchen
Feuervoller vorüberrauscht;

Von der bebenden Brust, welche sich sanft erhebt,
Nicht gesehen, will seyn, aber gesehen wird:
Und von allem, was sonst noch
Durch die Lieder zur Freude lockt.

Doch mit Blicken voll Ernst winket Urania,
Meine Muse, mir zu, gleich der unsterblichen,
Tiefer denkenden Singer,
Oder, göttliche Fanny, dir!
Singe, sprach sie zu mir, was die Natur dich lehrt!
Jene Lieder hat dich nicht die Natur gelehrt;

Aber Freundschaft, und Tugend
Sollten deine Gesänge seyn!
Also sprach sie, und stieg zu dem Olymp empor.
Aber darf auch ihr Ernst, bey dem Geräusch der Lust,
Bey den blühenden Minen,
Leises Trittes vorübergehn?

Ja! du hörest mich, Braut, und dein gebildet Herz
Mischt zur Freude den Ernst, fühlt so die Freude mehr!
Du verkennest das Lächeln
In dem Auge der Tugend nicht!

Wenn die Lippe nicht mehr blühet, die Wange nicht,
Wenn der sterbende Blick sich in die Nacht verliert,
Wenn wir unsrer Verlangen
Thorheit weis' und verachtend sehn;

Wenn, wo sonst uns der Lenz auch zu der Blume rief,
Da, bey unserem Grab' Enkel und Enkelin,
Uns vergessend, sich lieben:
Dann ist, Freundin, die Tugend noch!

Jene Tugend, die du kennst, und bescheiden thust,
Die den, welchen du liebst, neben dir glücklich macht,
Die dem Auge der Mutter
Heimlich Thränen der Freud' entlockt.

(Friedrich Gottlieb Klopstock 1724-1803, deutscher Dichter)



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