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Ostermorgen

Schönes Ostergedicht von Emanuel Geibel und weitere Gedichte zur Frühlings- und Osterzeit, sowie Tipps für Geschenke und Bücher.

Ostermorgen

Die Lerche stieg am Ostermorgen
empor ins klarste Luftgebiet
und schmettert' hoch im Blau verborgen
ein freudig Auferstehungslied.
Und wie sie schmetterte, da klangen
es tausend Stimmen nach im Feld:
Wach auf, das Alte ist vergangen,
wach auf, du froh verjüngte Welt!

Wacht auf und rauscht durchs Tal, ihr Bronnen,
und lobt den Herrn mit frohem Schall!
Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen,
ihr grünen Halm' und Läuber all!
Ihr Veilchen in den Waldesgründen,
ihr Primeln weiss, ihr Blüten rot,
ihr sollt es alle mit verkünden:
Die Lieb ist stärker als der Tod.

Wacht auf, ihr trägen Menschenherzen,
die ihr im Winterschlafe säumt,
in dumpfen Lüften, dumpfen Schmerzen
ein gottentfremdet Dasein träumt.
Die Kraft des Herrn weht durch die Lande
wie Jugendhauch, o lasst sie ein!
Zerreisst wie Simson eure Bande,
und wie die Adler sollt ihr sein.

Wacht auf, ihr Geister, deren Sehnen
gebrochen an den Gräbern steht,
ihr trüben Augen, die vor Tränen
ihr nicht des Frühlings Blüten seht,
ihr Grübler, die ihr fern verloren
traumwandelnd irrt auf wüster Bahn,
wacht auf! Die Welt ist neugeboren,
hier ist ein Wunder, nehmt es an!

Ihr sollt euch all des Heiles freuen,
das über euch ergossen ward!
Es ist ein inniges Erneuen,
im Bild des Frühlings offenbart.
Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte,
jung wird das Alte fern und nah.
Der Odem Gottes sprengt die Grüfte -
wacht auf ! Der Ostertag ist da.

(Emanuel Geibel, 1815-1884, deutscher Lyriker)

Frühlingslied

Mit geheimnisvollen Düften
Grüsst vom Hang der Wald mich schon,
Über mir in hohen Lüften
Schwebt der erste Lerchenton.

In den süssen Laut versunken
Wall' ich hin durchs Saatgefild,
Das noch halb vom Schlummer trunken
Sanft dem Licht entgegenschwillt.

Welch ein Sehnen! welch ein Träumen!
Ach, du möchtest vorm Verglühn
Mit den Blumen, mit den Bäumen,
Altes Herz, noch einmal blühn.

(Emanuel Geibel, 1815-1884, deutscher Lyriker)

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muss d o c h Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiss nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und lässt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein grosser Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll′auf Erden
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muss d o c h Frühling werden.

(Emanuel Geibel, 1815-1884, deutscher Lyriker)

Vorüber

O darum ist der Lenz so schön
Mit Duft und Strahl und Lied,
Weil singend über Thal und Höhn
So bald er weiter zieht;

Und darum ist so süß der Traum,
Den erste Liebe webt,
Weil schneller wie die Blüt' am Baum
Er hinwelkt und verschwebt.

Und doch! Er läßt so still erwärmt,
So reich das Herz zurück;
Ich hab' geliebt, ich hab' geschwärmt,
Ich preis' auch das ein Glück.

Gesogen hab' ich Strahl auf Strahl
In's Herz den kurzen Tag;
Die schöne Sonne sinkt zu Thal.
Nun komme was kommen mag!

(Emanuel Geibel, 1815-1884, deutscher Lyriker)



März

Es ist mir eben angethan,
Zwei schöne Augen sahn mich an,
Und in den süßen feuchten Schein
Blickt' ich zu tief, zu tief hinein.
Mir schwirrt der Kopf, mir glühn die Wangen,
Und nun kommt draußen der Lenz gegangen
Ueber die Hügel, über den Fluß,
Die Schwalbe zwitschert ihren Gruß,
Die Wolken ziehn und zwischendrein
Fließet der lichte Sonnenschein,
Und aus dem klar vertieften Blau
Säuselt es linde, weht es lau,
Man meint, die Veilchen sind schon da.
Das ist ein sehnsuchtsvolles Weben,
Ein heimlich Locken und Leben
Allüberall, fern und nah.
Und du, mein Herz, wirst nie gescheidt,
Lässest so willig dich verführen,
Oeffnest der Sehnsucht Thor und Thüren;
Von Liebes-Freud und Leid
Singest du Lieder,
Und bist so froh, bist ganz so thöricht wieder,
Als wie in deiner jungen Zeit.

(Emanuel Geibel, 1815-1884, deutscher Lyriker)

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