Nur der hat nicht umsonst gelebt,
der seinen Wohlstand, seine Gedanken
und seine Sprache zum Wohl
der anderen einsetzt.

(Hindu Weisheit)

Gedanken Zitate Blog

schöne Texte von ernst bis witzig, von satirisch bis tiefgründig. Gedanken über Gott und die Welt, passend zur Jahreszeit oder der Stimmung der Autoren. Dazu gibt es Gedichte und kurze Zitate sowie Spruchbilder.

Die Natur ist...

13. April 2018

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Die Natur ist die beste Apotheke.

(Sebastian Kneipp, 1821-1897)


... Der Kneipp, der wusste das, schliesslich hat er die Pflanzen studiert. Die durch ihn populär gewordene Wasserkur mit Wassertreten und Wassergüssen wurde weltberühmt, und er doch ziemlich alt. Schliesslich hat er diese an sich selber täglich angewendet. Und wer weiss, hätte er den Tumor in seinem Unterleib operieren lassen, würde er womöglich heute noch leben. Aber, wenn schon sterben, dann gesund. Da hatte er seinen Stolz.

Die Kneipp-Medizin geht weit über das Wassertreten hinaus. Vor allem die Pflanzenheilkunde aber auch seine Ernährungs- und Bewegungstherapie erhielt Aufmerksamkeit.

Mit Heilpflanzen könne man die Krankheiten im Keim ersticken, so dass sie gar nicht erst zum Ausbruch kommen. Das wäre zu hinterfragen, wo doch manche, vor allem durchleidete Krankheit, zu einer nachhaltigen Abwehrkraft verhilft.

Kneipp schwörte auf Badezusätze, Tinkturen, Salben, Tees und Säfte. Erkältungen beuge man mit Lindenblütentee vor, Arnika sei ein Linderer bei Zahnfleischentzündungen, Fenchel beruhige die Verdauung, Wundheilung fördere man mit Ringleblumen, Löwenzahn wirke anregend auf die Drüsen..., um nur einige zu nennen.

Wer selber schon mal eine Entzündung mit Tee oder einer Salbe beruhigen konnte, weiss der Wirkung. Ob es nur an der Pflanze liegt, sei dahingestellt. Zeit für sich, Abgrenzung, sich bewusst etwas Gutes tun... . Wir wissen, wie wichtig das für die Gesundheit ist.

Meistens schauen wir erst hin, wenn etwas weh tut und greifen dann zu allen möglichen Mitteln. Nur, vorbeugen ist besser als heilen, sagt ein Sprichwort.

Wie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken wir uns selber? Gibt es da noch so etwas wie Achtsamkeit, hinhorchen auf das, was innen spricht?

Wie wäre es, wenn wir wieder einmal einen Spaziergang machen, danach ein Bad nehmen, den Körper mit einem duftig riechenden Planzenöl einmassieren, uns einen Tee zubereiten und uns dann genüsslich in eine Decke wickeln und in die Zeit hineindösen... .

Spüren Sie, wie die Pflänzchen wirken.

(© Jo M. Wysser)

Ich habe die alten verlassenen und vergessenen Kräutlein wieder aufgesucht, habe ihre Heilkraft erprobt und manchen geheilt.

(Sebastian Kneipp)

Es ostert wieder

25. März 2018

Osterhase gezeichnet mit Ostergedicht von Hoffmann von Fallersleben

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Hei, juchei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt.
Endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei! Dort ein Ei!
Bald sinds zwei und drei.

(Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874)


... Jetzt hat es mich auch erwischt. Ich male Ostereier bunt und schmücke mir einen Frühlingsast. An Ostern kann es nicht liegen. Ich bin reformiert. Kinder habe ich auch keine. Vielleicht liegts am langen trüben Wetter und der Kälte. Man wünscht sich doch endlich satte grüne Wiesen und gelbe Blumen drauf, die mit den Köpfen wackeln.

Vielleicht liegt es aber auch einfach am Alter, und ich erinnere mich vermehrt an die lustigen Kindertage, wo Mutter mit uns am Küchentisch Ostereier einfärbte. Mit Zwiebelschalen natürlich und nicht mit diesen giftigen Chemiefarben, wie man das heute macht. Ist ja ekelhaft dieses chemisch stinkende Zeugs.

Über das ganze Jahr sammelten wir Zwiebelschalen. Diese kochte Mutter dann mit viel Wasser ein und in diesen braunen Sud legte sie unsere geschmückten Eier. Gräser und Blätter wickelten wir um die rohen weissen Eier und dünne und dicke Gummibändchen. Das gab die schönsten Ostereier auf der ganzen Welt.

Spannend war es, wenn sie gar gekocht waren, und wir Bändchen und Gräser entfernen konnten. Stolz, wenn wir dann unsere kleinen Kunstwerke vor uns liegen sahen.

Lang ist's her, ich male mir Eier bunt und schmücke mir einen Osterast. Hauptsache gelb, hauptsache Licht.

(© M.B. Hermann)

> Ostereier färben mit Zwiebelsud

> Ostergedichte und Sprüche

Z I T A T
Wo wir geplagt werden, werden wir gekreuzigt. Wo wir uns wehren, stehen wir auf.

(© M.B. Hermann)

Nein sagen

1. März 2018

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Nein ist der deutlichste und vollkommenste Satz.

(© Monika Minder)


... Die Sache mit dem Nein sagen ist ja eben so eine Sache. Die einen können das, die anderen nicht. Wer's nicht kann, wird sich über kurz oder lang verausgaben, ständig der Zeit, der Kraft und dem Sinn nachrennen. Und wir wissen, der Mensch kann Nein sagen. Er kann ja auch reflektieren.

Er, der Mensch, kann. So einfach ist es. Oder doch nicht? Von klein auf lernen wir brav sein, angepasst an die verschiedensten Normen und Traditionen. Wir sagen schön ja und danke, sind lieb und nett und ernten dafür Lob und Anerkennung. Irgendwann haben wir es dann immer so gemacht, und es wird zur Gewohnheit. Und Gewohnheiten werden in der Regel selten bis gar nie hinterfragt.

Angepasst an die grosse und kleine Masse leben wir in einer Art Bequemlichkeit und weigern uns damit unser eigenes persönliches Nein zu sagen und eigenständige Person zu werden.

Aber auch, weil wir Angst haben vor der Reaktion der anderen, die sich vor allem gewohnt sind, dass wir ja sagen. Angst vor dem Konflikt, der entstehen könnte, Angst, dass Lob und Anerkennung ausbleiben.

Aber, ist nicht das Nein, das uns aus dem Herzen spricht, ein besseres Ja? Ein Ja zu einem ehrlicheren ich und damit auch zu einer anderen Welt? Nicht ein Nein des Neinsages willen, sondern ein Nein, das mich meinem Selbst näher bringt.

(© Monika Minder)

Buch:
Mutig und respektvoll nein sagen



Tasse mit Nein-Spruch und rotem Punkt

Zwischen den Jahren ...

25. Dezember 2017

Schriftbild mit rotem Hintergrund und weisser Schrift

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In diesem Augenblick gechieht etwas für die Ewigkeit, in uns, mit uns, jetzt, in diesem Blick, Augenblick, genau in diesem...

(© Monika Minder)


... Wie gross ist es doch, geliebt zu sein; wie viel größer ist es aber noch, zu lieben. Das Herz wird heroisch durch die Leidenschaft. Es besteht nur noch aus Reinem; es stützt sich nur noch auf Erhabenes, Großes. Ein unwürdiger Gedanke kann in ihm eben so wenig aufkeimen, als eine Nessel auf einem Gletscher. Die hohe, reine Seele, unzugänglich den Leidenschaften und den gemeinen Erregungen, die Wolken und den Schatten dieser Welt eben so beherrschend, wie die Thorheiten, die Lügen, den Haß, die Eitelkeiten, das Elend, wohnt in dem Blau des Himmels und empfindet die tiefen, unteren Erschütterungen des Geschicks nur so, wie die Gipfel der Berge die Erschütterungen der Erde empfinden.

Wenn es "Niemanden" gäbe, der liebt, würde die Sonne erlöschen.

(Victor Hugo, 1802-1885, französischer Schriftsteller)

Aus: Die Elenden von Victor Hugo; Deutsch von Wilhelm Schroers.

Weihnächtlich...

4. Dezember 2017

Schriftbild weiss mit schwarzer Schrift

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Anscheinend brauchen wir Weihnachten, um daran erinnert zu werden, dass man auch freundlich und hilfsbereit sein darf, und dass Menschlichkeit nicht Ab- sondern Aufstieg bedeutet.

(© Monika Minder)


... Menschlichkeit ist ja so ein Begriff, von dem wir meinen zu wissen, was er bedeutet und von dem wir überzeugt sind, ihn zu leben. Friedvoll, gütig, kultiviert, achtungsvoll... .

Anhand der vielen Anwaltsfälle sehen wir, dass es in Wirklichkeit ganz anders aussieht. Jede Menge Kleinkrieg im Berufs- und Wohnalltag.

Gerade neulich erzählte meine Schwägerin, dass sie umgezogen sei, und es dort unerträglich laut sei. Die Menschen poltern schon frühmorgens herum, stellen den Radio laut und knallen Türen und Schränke zu, dass einem schwindelig wird.

Hört man sich das live an, könnte man in der Tat meinen, die Leute seien rücksichtslos und egoistisch. Dabei sind sie total freundlich und nett.

Wohnen Menschen lange am selben Ort, hören sie nicht nur gewisse Geräusche mit der Zeit nicht mehr, sie entwickeln auch Rituale. Lässt dann auch noch das Gehör nach, merken sie nicht mehr, wie laut sie sind und wie sie auf andere wirken. Achtsamkeit geht verloren. Das kann für Nachbarn mühsam werden.

Gerade in ringhörigen Mehrfamilienhäusern ist es unabdingbar wichtig, sich bewusst zu werden, wie man selber wirkt und wie achtsam oder unachtsam man mit Dingen umgeht.

Wir sollten nicht erst darauf aufmerksam gemacht werden müssen. Wir können uns täglich üben im Wahrnehmen unserer selbst, in unseren Handlungen und Handhabungen. Sich selber zuhören und den Fokus mal bewusst auf sich selber richten und sich fragen, wie laut könnte das für andere sein.

Menschlichkeit fängt bei uns selber an.

Wir dürfen aber auch aufmerksam machen, wenn wir auf rücksichtslose Menschen stossen.

Wir müssen reden, wir müssen uns mitteilen und anderen Menschen zeigen, wie wir fühlen, was wir spüren und was uns stört und dann gemeinsam nach Lösungen suchen. Denn gerade Lärm ist individuell verschieden wahrnehmbar.

Oft reichen wenige kleine Veränderungen, die niemanden in der Freiheit einschränken, die aber grosse Wirkung haben: Musik eine Stufe zurück und sich ab und zu Kopfhörer aufsetzen. Gerade Musik kann man dadurch noch intensiver geniessen. Weiche Hausschuhe kaufen. Barfuss tönt für die untendran wie wenn Elefanten herumtrampeln würden. Beim Putzen nicht an alles anrempeln, wie wenn man eine Türe einrennen wollte. Untersätze für Tassen und Gläser... .

Und schon wird es ein bisschen friedlicher, weihnächtlicher.

(© Beat Jan, 4. Dez. 2017)

Z I T A T
Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen, wie die Cholera und die Pest.

(Robert Koch, 1843-1910)

Novembertristesse ...

8. November 2017

Sonnenstrahlen durch Nebel und Wald

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In die Antwort gelebt
und aus Trübem
Gold gemacht.
Glück braucht Finsternis.

(© Monika Minder)


...Jetzt ist wieder der Trübsinn in der Welt. Die Tage hängen neblig in den Tannen und das Licht wird knapp. Zwischen einzelnen gelb leuchtenden Bäumen drücken graue Fassaden immer wie mehr in den Vordergrund. Manchen schlägt's auf's Gemüt. Sie werden müde, mürrisch, unzufrieden, gar depressiv. Wiederum andere gehen in kreativen oder sozialen Tätigkeiten auf.

So verschieden kann sich Wetter auswirken. Studien belegen, dass die Mehrheit der Menschen positiv auf Sonne und schönes Wetter reagieren. So im Sinne von: ist es aussen schön, ist es innen auch schön. Ist es aussen trüb, muss es innen auch trüb sein.

Ob es wirklich nur an der Sonne und am Vitamin D liegt, wird immer wieder neu erforscht. Erfahrungen in der Kindheit könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Was irgendwie logisch erscheint, da wir zuerst von den Eltern lernen. Wie verhielten sie sich bei schönem oder trübem Wetter. Klagten sie über einen verregneten Tag, über schlechte Luft und Nebel, kann es durchaus sein, dass wir sensibilisierter sind auf Regentage und schlechte Luft.

Meiner Freundin ist es zum Beispiel im Sommer immer sofort zu heiss. Sie klagt über Hitzetage und mag sie einfach nicht. Wir haben herausgefunden, dass ihr Vater Probleme hatte mit Hitze. Er vertrug sie schlecht und mochte deshalb den Sommer nicht so gerne.

Meine Eltern mochten gerne an den See baden gehen. Ich mag es auch. Trübes Wetter war allerdings auch kein Thema. Ich erinnere mich gerne an die Kindheit zurück, an gemeinsame Spiel- und Basteltage. Mutter zeigte uns, wie man mit Blättern, Kastanien und anderen Naturmaterialien schöne Geschenke basteln kann. Das fand ich immer spannend. Und in der Adventszeit wurde Teig gerührt, Plätzchen kreiert und ausgestochen, Eigelb darüber gepinselt und leckere Kekse gebacken.

Vielleicht kommt es nicht von ungefähr, dass ich trübes Wetter liebe und mich gerne zurückziehe, um kreativ zu sein. Ein Freipass quasi für Rückzug. Das schöne Wetter animiert viel mehr zum Reisen und unterwegs sein.

Wir leben in einer besonders extravertierten Welt, die fordert und viele überfordert. Vor allem die etwas introvertierteren und sensibleren Menschen. Das richtige Mass zu finden, sehe ich als Lebensaufgabe.

Wir alle tun gut daran, nicht nur trübe Tage für Innenschau zu nutzen. Es braucht Mut, zu seiner Veranlagung und zu seinen Bedürfnissen zu stehen. Sie ernst nehmen ist ein Anfang.

Auch eine Depression kann ein Freipass für Rückzug und Richtungsänderung sein. Annehmen kann Wunder wirken.

(© Monika Minder)

Z I T A T
In jedem Leben muss etwas Regen fallen. Manche Tage müssen trüb und finster sein.

(Henry Wadsworth Longfellow, 1807-1882)

Oktoberisch ...

2. Oktober 2017

Margerite im Sommerlicht

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Zeit zu reflektieren,
denn das Leben war gross.
Was brauche ich noch,
was lass' ich los?

(© Jo M. Wysser)


...Jetzt pfeifft der Wind uns wieder kälter um die Ohren. Eben oktoberisch. Es ist Zeit der Feuchte, der Fruchtbarkeit und der tanzenden Blätter. Das Zirpen in den Büschen hat aufgehört. Einige lästige Mücken surren noch herum und nerven vor dem Einschlafen.

Hier sind Herbstferien. Es kichern keine rotbackigen Kinder zur Schule. Dafür werden die Tage von laut stinkigem Baulärm durchbrochen. Noch ein Haus mehr, das leer stehen wird.

Neue Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen, inmitten bereits bewohnter Gärten aus denen Sonnenblumen und Aster lachen. Oft umsäumen grosse Natursteine, aus denen Margeriten in den Himmel schiessen, Häuser und Gärten. Das sieht hübsch aus, und es ist als hätten die Blumen es eilig zu blühen, um uns zu zeigen, wie kurz die Zeit der Wärme bemessen ist.

Wenigstens lässt sich die Jahreszeit nicht mit Gewalt in sogenannte Fortschritte treiben. Hinter ihr steht keine fordernde Macht hinter der eine andere fordernde Macht antreibt. Das stimmt zuversichtlich. Und Zuversicht kann man auf Vorrat brauchen, wie reife Heidelbeeren.

Denn die Schatten werden stündlich grösser und die Frage, ob wir auf der Jagd nach Nichtigkeiten die Tage nicht doch vergeudet haben. Manchmal möchten wir die Zeit anhalten, zurückgehen und nochmals anfangen und alles so ganz anders und vielleicht besser machen.

Rückwärts geht aber nicht, wir sitzen alle im selben Zug und können die Welt nicht anhalten.

(© Monika Minder)

> Herbstgedichte und Sprüche

Scheitern soll gesund sein ...

16. Juni 2017

Margerite im Sommerlicht

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Wo es doch immer und für alles
ein kleines Glück braucht.

(© Monika Minder)


...so quasi als "ich lern mich besser kennen". Das tönt ja schon mal recht gut. Nur, wer will sich selber besser kennen? Besser kennen hiesse ja auch, seine Schattenseiten besser kennen, oder überhaupt erst mit ihnen in Berührung zu kommen. Wie peinlich!

Nee, gar nicht peinlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es zeugt von Grösse und der Bereitschaft zu lernen.

Viele Firmen loben mittlerweile die Fehler, die vermieden wurden, nicht die Erfolge. Zugegeben, sind das eher Firmen aus Amerika, denn aus Europa. Hier sind wir doch viel mehr darauf fixiert, "Helden" auf den Thron zu stellen. Fehler werden unter den Tisch gewischt oder irgendwo abreagiert.

Ignoranz führt nicht dazu, dass wir aufarbeiten können. Ignoranz darf nie die neue Toleranz sein.

Wer gemoppt wird und stillschweigend geht, wird womöglich andere moppen und sich abreagieren oder er wird die Wut gegen sich selber richten und sich mit irgendwelchen Krankheiten einen Ausbruch verschaffen. Er wird Fehler wiederholen und sie kultivieren, statt daraus zu lernen.

Lernen heisst erkennen, annehmen und den Mut haben zu konfrontieren. Lernen heisst aufarbeiten..., statt die Augen zu verschliessen und zu fliehen.

(© Beat Jan)

Im Scheitern liegt der Sinn des trotzdem Liebens.

(© M.B. Hermann)

Das Unendliche

Lieb war mir immer dieser kahle Hügel
Und diese Hecke, die dem Blick so Viel
Vom fernsten Horizont zu schau'n verwehrt.
Und wenn ich sitz' und um mich blicke, träum' ich,
Endlose Weiten, übermenschlich Schweigen
Und allertiefste Ruhe herrsche dort
Jenseit der niedern Schranke, und das Herz
Erschauert mir vor Grau'n. Und hör' ich dann
Den Wind erbrausen im Gezweig, vergleich' ich
Die grenzenlose Stille dort, und hier
Die laute Stimme; und des Ew'gen denk' ich,
Der todten Zeiten und der gegenwärt'gen
Lebend'gen Zeit und ihres Lärms. Und so
Im uferlosen All versinkt mein Geist,
Und süss ist mir's, in diesem Meer zu scheitern.

(Giacomo Graf Leopardi, 1798-1837, italienischer Dichter und Philolog)

Nicht nur der April...

19. April 2017

Sonne durchflutet Wald und Wiese

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Man vergeudet viel Zeit mit Oberflächlichem.

(© M.B. Hermann)


... macht, was er will. Auch der Mensch. Oberflächlich betrachtet jedenfalls. Oberflächlich betrachtet, sind die Jüngeren ja auch immer klüger als die Älteren. Sie stecken ihre Stöpsel in die Ohren und hören und sehen weg. Bei dem, was abgeht auf der Welt, kann man es ihnen nicht einmal verübeln.

Doch, um was geht es eigentlich? Macht der Mensch wirklich das, was er will oder nur, was er muss, wozu er getrieben wird, weil alle es tun, weil ihm Glück, und was weiss ich nicht alles, versprochen wird...?

Dazugehören, zu einer Gemeinschaft, die sich damit begnügt, nur Oberflächlichkeiten zu teilen, fühlt sich in der Tat etwas oberflächlich an. Wobei teilen schon wieder ganz und gar nicht oberflächlich ist. Ich teile meinen Apfel mit dir, meine Schokolade, mein Pausenbrot... . Ich teile meine Wohnung mit dir, meine Zeit... .

Etwas "wollen" sollte nicht aus einem Markt entstehen. Wollen muss ein Bedürfnis sein. Ich will meinen Apfel mit dir teilen, weil ich dich mag, weil es mich zufrieden macht, wenn ich dir eine Freude bereiten kann.

Ich will meine Zeit mit dir verbringen, weil ich dich mag, weil ich gerne in deiner Nähe bin, weil es mich interessiert, was du machst, wie du denkst... .

Verbringen wir Zeit mit Menschen, die uns wichtig sind? Erfüllen wir Aufgaben, die uns wirklich interessieren? Sondern wir noch aus und trennen, wie den Müll?

Oder sind wir längst zu einem hörigen Anhängsel von Marktschreiern und Trends geworden?

(© M.B. Hermann)

Buddha sagt, das Glück bestehe darin, dem andern soviel Gutes als möglich zu tun. Bei oberflächlicher Betrachtung erscheint einem das sonderbar. Und doch ist es so. Glück ist nur möglich unter der Bedingung, dass man sich von allem persönlichen egoistischen Glück lossagt.

(Leo Tolstoi, 1828-1910)

Denk nicht, das Leben sei ein Spiel

Denk nicht, das Leben sei ein Spiel!
Es meint's gar ernst, ja, mehr als ernst.
Erforsche seinen Zweck, sein Ziel,
damit du es begreifen lernst!
Du gehst behaglich hier spazieren,
machst dir's so viel wie möglich leicht
und glaubst was wunder zu verlieren,
wenn sich ein Tag nicht folgsam zeigt.
Und brauchst du irgend welche Sorgen,
so muß die Erde sie dir borgen.
Du gehst auf einem weiten Moor,
das du wohl fest und sicher nennst,
nur weil du seinen Blumenflor
nicht als zum Sumpf gehörig kennst.
Du sollst hinüber, sollst dich retten
und bist verloren, bleibst du stehn;
wirst du gehalten von den Kletten,
so sinkst du ein, mußt untergehn.
Und zieht dich das Verderben nieder,
so gibt es dich dann niemals wieder.
Denk nicht, das Leben sei ein Spiel;
es ist die Rettung vor dem Tod,
der Schritt um Schritt, bis an das Ziel
stets unter deinen Füßen droht.
Du gehst darüber, täglich, stündlich
und siehst es nicht, wie tief es ist;
es ist ja grad so unergründlich,
weil du so oberflächlich bist.
O, denke tiefer dich ins Leben,
dann kann's für dich noch Rettung geben!

(Karl May, 1842-1912, deutscher Schriftsteller)

Ich kann die allgemein übliche Redensart, ein gebildeter Mann müsse von allem etwas wissen, nicht vertreten. Mir erscheint oberflächliches und ungeordnetes Wissen immer unnütz. Richtig ist, dass die meisten Menschen gar nicht fähig sind, ihr Wissen gründlich auszubilden, richtig aber auch, dass die oberflächliche Bildung, nach der sie streben, zu nichts anderem taugt, als ihre Eitelkeit zu befriedigen. Denen aber, die mehr können, schadet jene Oberflächlichkeit, die vom Wesentlichen ablenkt und Mühe und Fleiss an unbedeutende Einzelheiten vergeudet. Und schliesslich beweist sie keineswegs – wie man sich so gerne schmeichelt – die Weite des Geistes: Immer hat es Menschen gegeben, die mit einem mittelmässigen Verstand sehr viel wussten, wie Menschen von Bedeutung, die wenig wussten. Man kann weder Unwissenheit Geistmangel noch das Wissen einen Beweis für Geist nennen.

(Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues, 1715-1747)

Ostern, Frühling und so...

7. März 2017

hellgelbe Tulpen auf Wiese

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Der Frühling hält uns jedes Jahr wieder aus.
So viel Verlass gibt es nur in der Natur.

(© Monika Minder)


Jetzt hat es auch den Osterhasen erwischt. Ein Virus der übelsten Sorte. Ähnlich dem Weihnachtsvirus. Ein einfacher Schokoladenhase und ein selbstgefärbtes Osterei reichen nicht mehr. Es müssen geradezu Geschenk-Events sein.

Die Frage nach dem Sinn ist im Werbe- und Konsum-Rummel längst untergegangen. Ostern findet vor allem in den Regalen der Supermärkte statt.

Nein, gegen Werbung und Konsumieren habe ich nichts. Das Mass von Paracelsus vor Augen. Nur dürfen wir nicht vergessen, was der Sinn dieser Festtage ist. Eine kleine Auferstehung wäre es schon, diesen Sinn wieder vermehrt in unser Denken und Leben zu integrieren.

Wir lassen uns von der Wirtschaft zu etwas machen, das wir nicht sind. Diese Anpassung ist bedenklich. Und ich frage mich, ob wir wirklich wissen, was Liebe ist.

Wie verstehe ich Ostern und Auferstehung? Sicher sehe ich keinen Leichnam lebendig werden. Vielleicht ganz simpel: gelebte Liebe kann immer wieder blühen. Der Frühling könnte es uns nicht besser zeigen.

Nur, was heisst das eigentlich und was ist Liebe? Bei der Frage nach der Liebe denken die meisten zuerst an die erotische Liebe, an Zuneigung, intensive Gefühle gegenüber einem anderen Menschen.

Liebe ist auch das Gute, das wir leben. Das Für- und Miteinander, das Teilen. Das Gerechte, wofür wir uns einsetzen. Das Gute sind auch die Ressourcen, die wir mitbekommen haben, also die Begabungen und Stärken. Ungenutzt verkümmern sie.

Nur wenn wir es leben, wenn wir es geben, in dem wir es in die Welt hinaustragen und teilen, können es andere sehen und spüren.

So wie Jesus das gemacht hat. Hätte er seinen Jüngern nicht von der Liebe, vom Guten erzählt und es ihnen vorgelebt, sie begeistert, hätten sie seine Vision nach seinem Tod nicht weiterleben können.

Auferstehung ist immer dort, wo wir das Gute leben und weiter tragen und weiter geben...

(© Beat Jan, 7. März 2017)

Jede Liebesgeschichte erzählt von Ostern.

(© Monika Minder)

> Ostersprüche

> Ostergedichte

Kalte Wintertage ...

29. Jan. 2017

Schneefeld mit Baumstamm

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Diese kalten mürrischen Wintertage gehen langsam zu Ende und die Sonne lacht uns in den Schnupfen. Wir ahnen den Frühling, und leicht kommt man in die Versuchung ein kurzgeärmeltes T-Shirt aus dem Schrank zu holen, den Frauen hinterher zu pfeifen und Freunde im Garten-Restaurant zu treffen.

Frühestens beim ersten Tritt aus der Haustüre bekommen wir's um die Ohren geschlagen. Die Bise lässt nicht nur die Nase weiterlaufen, sondern auch den Winter. Nur gerade an der Sonne steigen die Temperaturen über Null. Frühlingsklamotte also höchstens unter ganz dickem Pulli und Mantel.

Mit der Geduld müssen wir uns also noch ein Weilchen beschäftigen. Der Winter scheint sie zu brauchen. Jedenfalls macht uns die Natur das so vor und diese dürfen wir durchaus ernst nehmen.

Wie wenn er uns zwingen möchte, der Winter, dass wir nicht immer "herumfurzen", nicht immer ruhelos von A nach B und B nach A. Mal wieder alleine sein üben, zelebrieren, aushalten und so ganz zu sich kommen, und dann geht das mit dem Denken fast von alleine.

Einfach ausprobieren und spüren, wie die Kraft wieder in die Glieder und Hirnzellen strömt, wie die Ideen sprudeln und plötzlich Ziele sichtbar werden am Horizont...

(© M.B. Hermann)

Sich den Sinn für die Verhältnismässigkeit der Dinge zu bewahren und ihnen ihren Platz zuzubilligen, ohne den eigenen zu verlieren - im Welttheater ist dies das Geheimnis des Erfolges.

(Okakura Kakuzo, 1862-1913, japanischer Kunstwissenschaftler)

Neues Jahr - neues Glück

29. Dez. 2016

Sonne scheint durch Nebel

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Und alles wird neu, weil ich mir vornehme all das endlich umzusetzen, was ich längst umsetzen wollte. All die Strophen, die liegen geblieben sind, will ich endlich singen und die Bücher lesen, die längst gekauft sind, und überhaupt war da noch so viel.

Was war eigentlich vor dem digitalen Zeitalter? Das Geplärre mit dem ewig zu wenig Zeit haben gab es ja schon früher. Dabei wäre es so einfach.

Sie litten alle unter der Angst, keine Zeit für alles zu haben, und wussten nicht, dass Zeit haben nichts anderes heisst, als keine Zeit für alles zu haben.

(Robert Musil 1880-1942, österreichischer Schriftsteller)

* * * HAPPY NEW YEAR * * *

(© Monika Minder)

Adventszeit

9. Dez. 2016

Kerze im Schnee

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Kerzenwachs tropft ja heute nicht mehr in den Schnee, oder auf den Teppich, wie früher als ich Kind war. Und welches man nach Neujahr in stundenlanger Feinarbeit mit einem Messer wieder versuchte loszukratzen.

So etwas Echtes wie Schnee und Kerzenwachs sind vom Aussterben bedroht. Wie sollte bei elektrischen Kerzen Wachs ins Glück fallen können, wo sie vor allem an den Ressourcen nagen, diese Stromfresser.

Dass ich mich dieser Lichterleuchtereien jedes Jahr von neuem erfreue wie ein kleines Kind, gebe ich jetzt nur ungern zu. Irgendetwas Magisches muss es damit aber auf sich haben.

An den Lichtern allein kanns nicht liegen. Im Sommer oder in der Südsee hätten sie nicht dieselbe Wirkung. Vielleicht liegt es am Eintauchen in die eigene Weihnachtskindheit, in eine Zeit, die sich geborgen und friedlich anfühlte. Zu Hause sein, mit Freunden, bei Vertrautem...

Darüber so richtig nachgedacht haben wir schon lange nicht mehr. Wie sollten wir auch, wo wir immer so viel zu tun haben.

(© Monika Minder)

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